Dienstag, 4. Oktober 2016

Pagine lebt noch immer!

Beim Aufräumen alter Bilddateien entdeckte ich noch ganz viele Fotos von meiner selbstbestrickten Puppe Pagine. Hier soll also noch allerhand folgen.

Der Winter ist nicht weit - Pagine trägt ihren Skipullover mit Schal, Handschuhen und Mütze.

Ein Hebemaschenmuster ziert den Pulli, der Schal ist breit gestrickt, einmal längs zusammengelegt und so zusammengenäht

Eine Pudelmütze hatte ich damals, wenn ich mich recht erinnere, schon in der Grundschule stricken gelernt. Sie war leuchtend blau und wurde auf  5 roten Plastiknadeln gestrickt. Da ich damals schon fest strickte,  quietschte das immer ganz fürchterlich. Das Garn rutschte sehr schlecht auf den Nadeln, weil die Finger vor Stress immer feucht waren und das Garn natürlich auch. Als ich die Puppensachen strickte, hatte ich schon mehr Routine.
Die Knöpfe waren im Verhältnis zur Puppe irgendwie immer zu groß, selbst, wenn es ganz kleine waren.

Für den Winter war Pagine gut ausgestattet. Hier trägt sie wieder einen Pulli im Hebemaschenmuster. Der Rollkragen wärmt ganz herrlich! Es gab immer zur Kleidung passende Ohrstecker, die aus einfachen Stecknadeln bestanden, die ich in den Kopf steckte - BRUTAAAL!!
Ich könnte mich heute kringeln vor Lachen, wenn ich dieses Outfit sehe. Ich war damals (mit 13) total kirre auf eine graue Wildlederbundhose. Bis mir der Wunsch zu Weihnachten erfüllt wurde. Eine Freundin von mir hatte eine glatte Hirschlederne in Dunkelgrün mit Seitenschlitz. Eine Extraanfertigug für ein Mädchen. Das muss wohl sehr teuer gewesen sein. Ich bekam eine Jungenhose mit Schlitz vorne. Eine Sonderanfertigung kam nicht in Frage. Dazu hatte ich auch solch eine - wie man sie damals nannte - Astronautenmütze* die unterm Kinn geknöpft wurde. Ein roter Wollponcho komplettierte das Outfit der "Vogelscheuche", wie mich nicht lange danach ein paar Jungen spöttisch titulierten, als sie sich über meine Kleidung lustig machten. Eskimostiefel aus Seehundfell trug ich nämlich auch noch dazu.
Ja, das Nordische und die Neigung, zum Wichtel zu mutieren, steckten schon immer in mir. Aber die Bezeichnung "Vogelscheuche" ließ mich die Kleidung dann schnellstens ablegen. 
Und dann kam die Zeit der ersten Verliebtheit, da sah ich dann auch wie ein Mädchen aus.

* aus der verlinkten Seite zitiere ich einen Textausschnitt zur Astronautenmütze- herrlich: 
... meine Mutter bevorzugte es, mir zu Weihnachten Sachen zum Anziehen zu schenken; gerne auch mal was Selbstgestricktes und als Steigerung: etwas Selbstgestricktes aus Garn, das sie vorher aus einem anderen, abgelegten Kleidungsstück von mir „aufgeribbelt“ und aufgewickelt hatte…
Sie strickte gerne und gut, aber wenn andere Kinder schon Jeans und Parka tragen und man selbst mit gestrickten Klamotten und der verhassten Astronautenmütze herumlaufen muss, dann ist es schwer, das vierte Gebot zu halten! ...
Solange meine Mutter Pudelmützen strickte, war das ja noch in Ordnung. Die waren ganz witzig, warm und lustig, weil man so schön mit dem Bommel wackeln konnte. Aber als die doofen Russen 1961 den ersten Kosmonauten ins All schossen, folgten ja wenig später die nicht weniger doofen amerikanischen Astronauten und das bescherte uns Kindern die Astronautenmütze!
Wer nicht weiß, was eine Astronautenmütze ist, stelle sich den Rollkragen eines Pullovers mit einer angestrickten Kapuze vor.
Diese Mützen umschlossen den ganzen Kopf und den Hals und ließen nur ein Loch für das Gesicht. Genauergesagt hatte das Ding zwei Löcher, eins fürs Gesicht und eins für den Hals. In etwa sehen heute die Feuerschutzhauben der Formel-Eins-Rennfahrer so aus. Nur waren unsere Astronautenmützen damals nicht aus atmungsaktivem Weltraumstoff, sondern… genau: aus aufgeribbelter Kratzwolle.

Noch ein hübsches Strickteil. Ich weiß gar nicht, wie ich es nennen soll. Für einen Pulli zu lang, für ein Kleid zu kurz ... Ringelrollikleiderpulli?



Jetzt wird's ganz schick! Ein Anzug in Grau-Blau! Mit aufgehäkelter Einfgrifftasche (Attrappe) und Schmuck aus kleinen Perlchen.


Ein Kleidungsstück mit Dauerschmuck:


Und die Hosen hatten damals alle einen Schlag (schräg!) mit Schlitz:


Mehr demnächst in diesem Theater!



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