Donnerstag, 30. Juli 2009

Die Dienstagsfrage - wegen Abwesenheit am Donnerstag beantwortet

Trägst Du jetzt gerade - während Du diese Frage liest - etwas Selbstgestricktes? Und wenn ja - was denn? Wenn nein - warum denn nicht? Gibt es ein Foto? Zeig!
Quelle: Das Wollschaf
Da gibt es nichts zu zeigen. Im Sommer trage ich Selbstgestricktes höchstens an Terrassenabenden, wenn die Nachtkühle hereinbricht. Das ist dann meistens ein Dreieckstuch. Außerdem habe ich oft einen meiner Kariüsse bei mir, den ich im Auto, falls es zieht, um den Hals legen kann.
Warme Socken warten in der Schublade auf den Herbst.

Fünfundzwanzigster bis neunundzwanzigster Ferientag - strickfreie Wandertage


Habe kräftige Wanderbeine bekommen, bin stundenlang im Süntel mit den merkwürdigen Buchen herumgelaufen und habe fast zweimal das Bad Zwischenahner Meer umrundet.

Herrlich!

Im Auto 3 Adventssöckchen gestrickt (nun sind es 10) ... das war's!

Samstag, 25. Juli 2009

Vierundzwanzigster Ferientag - neuer Stoff und Strickschmuck kreiert

Samstag - Markttag in der Nachbarstadt.
Und schon vorher wusste ich, dass ich mal wieder in den Stoff-Markt gehen würde (Reste-Truhe). Mal sehen, was es da so gibt ... Sommer-Ausverkauf?
Ich suchte nach einem weißen Stoff für ein Top zu meiner braunen Leinenjacke. Der war schnell gefunden.
Auf dem Wege hatte ich im Auto als Beifahrerin auch schon wieder die Nadeln in der Hand, denn es soll ein Strickschmuck zu der Jacke entstehen - auf dem zweiten Foto im Detail:



Ganz aus dem Häuschen war ich wegen der Entdeckung eines Taftstoffes für feierliche Anlässe, der mit Blättern bestickt ist. Den passenden Schmuck - eine Keramik-Anstecknadel mit einem Blatt - hatte ich heute zufällig an der Jacke stecken:

Hier der Strickschmuck noch einmal im Detail. Noch steckt die Idee in den Kinderschuhen, denn ich habe noch viele andere Perlen, die dazu passen würden. Aber es wird auch möglich sein, sie von Fall zu Fall auszutauschen.

Hier ist der Schnitt für das Top zu sehen, den ich von einem gekauften Top abzeichnete und leicht veränderte - auf dem Detailfoto ist der weiße Stoff abgebildet:

Freitag, 24. Juli 2009

Dreiundzwanzigster Ferientag - ich kann mich nicht entscheiden

Ja, welchen Hintergrund nehme ich denn nun? - Ich weiß es nicht! Egal - da habt ihr sie alle drei:




Fertigungsdauer pro Söckchen ca. 45 Minuten (x 24 = 18 Stunden). Ein Viertel habe ich fertig. Wenn ich es in den Sommerferien nicht schaffe, kommen ja noch die Herbstferien. Oder mal hier eins, mal da eins so zwischendurch. Das wird schon!
Heute habe ich mir den weiteren Fortgang überlegt:
Erster Elternabend ... Vorstellung der ersten Söckchen ... "Wer von Ihnen würde es gern übernehmen, die Söckchen mit etwa gleichwertigen Überraschungen zu füllen?" ... bin sicher, dass sich mehrere Eltern dazu bereit erklären. Ich würde sowas als Mutter sehr gern übernehmen (als Lehrerin stricke ich ja auch gern für meine Süßen). Ich freue mich schon auf Advent ... die Sockenkette soll für die Kinder erst in der Adventszeit erscheinen - Geheimniiiiis! *psssst*

Donnerstag, 23. Juli 2009

Zweiundzwanzigster Ferientag - der frühe Vogel ...


... strickt die Adventssöckchen im Sommer ...

Mittwoch, 22. Juli 2009

Einundzwanzigster Ferientag - nicht die Kinder geschrumpft

Gleich nach dem Aufstehen ein letztes Foto bei Tageslicht und dann ab mit euch in die Waschmaschine!


Da von beiden Knäueln noch ein bisschen übrig war, knotete ich die beiden Reste zusammen, wog ein trockenes Hütchen und das Knäuel - ja, es würde für noch ein weiteres Hütchen reichen. Aller guten Hüte sind SIEBEN!



Nun können sie nach Hause kommen - die 7 Zwerge. Dort gibt es frisch gewaschene Mützchen. Der Oberzwerg kann sich ja das ungefilzte Hütchen aufsetzen. Es ist noch größer als die anderen. Aber nicht mehr lange - die nächste Jeanswäsche kommt bestimmt ... bei der vielen Gartenarbeit mit braunen Knien ...


Außerdem habe ich heute nicht die Kinder, aber etwas anderes geschrumpft:
Beim weiteren Durchwaschen aller Wollpullover - Vorbeugungsaktion gegen Motten - fiel mir ein Exemplar in die Hände, das ich seit Jahren nicht mehr getragen habe und schon mehrmals in die Altkleidersammlumng geben wollte. In meinem Filztaschen-Buch hatte ich auch die Idee gelesen, aus abgelegten Wollpullis Taschen machen zu können. Na denn! Waschmaschine auf, Baumwolle 60°C einstellen ... Wasser Marsch!
Hier das Ergebnis der Pullischrumpfung:


Nein, es handelt sich nicht um einen Kinderpullover - und nein, das Bild ist auch nicht unscharf. Der Pullover ist sehr viel kürzer geworden und das Muster unklarer. Gerne würde ich nun daraus eine große Tasche machen. Die Musterbordüre am unteren Rand würde dann zum oberen Rand der Tasche, die Ärmel zu einem Trageriemen. Hier ein lustiger Entwurf - noch ganz grob:

Ein Taschentraum, mit dem ich nun schlafen gehen kann ... gute Nacht!

Dienstag, 21. Juli 2009

Neunzehnter und zwanzigster Ferientag - Zwergenhütchen und Elefanten unter Palmen

Gestern habe ich mich endlich an das fertige Kreuzstichbild begeben, das schon viele Jahre in einer Schublade lag und von meiner netten Nachbarin neulich fertiggestickt wurde. Es sollte ein Kissen daraus werden. So sieht es nun aus:
Heute war endlich das Wetter mal wieder etwas sommerlich, heiter bis wolkig und angenehm warm. Also hieß es sofort: Raus ins Grüne!
In der Nähe gibt es einen schönen alten Landschaftspark, den OHRBERGPARK, in dem man eine Stunde lang wandern und große alte Bäume und exotische Pflanzen bestaunen kann.
Anschließend ging es weiter in die Innenstadt von Hameln. Dort wurde im letzten Jahr die STADTGALERIE eröffnet, eine riesengroße Shoppingmall. Nichts für mich, die immer auf der Suche nach "Rohmaterial" zum Tüfteln ist. Aber ansehen wollte ich mir den Schnickschnack trotzdem mal. Der Gang durch die nach oben offene Fußgängerzone, in der man ab und an auch mal den Schirm aufspannen muss, ist mir allemal lieber. Man ist zwischendurch an der frischen Luft, die Läden sind individueller, persönlicher. Einige der Läden sind ja durch direkte Verbindung mit dem Riesenkomplex von der Mall aus wie auch von draußen aus begehbar. So hat man zunächst den Eindruck, als hätten sie ein zweites Ladenlokal in der Stadtgalerie, bis man erkennt, dass alles miteinander verbunden ist.
Der Gerüchetopf in der Mall ist fast unerträglich - diese Mischung aus Textilchemie, Knoblaucholiven, Fish & Chips, modernen Parfums, Döner, Aromatees, Supermarktausdünstungen, Kunstleder und Leder. Wie angenehm ist es dagegen, in einen in der Fußgängerzone stehenden kleinen Teeladen zu gehen und dort zu schnüffeln oder in einen kleinen Seifenladen oder einen Käseladen mit leckeren Delikatessen, der traditionell als Familienbetrieb geführt wird. Heute wird so gern alles miteinander vermischt und verliert dadurch an Profil. Schade!
Wie langweilig!
In jeder größeren Stadt findet man die ESPRIT-, BONITA-Boutiquen, STREET-Schuhe, TOMMY-HILFIGER-Herrenkleidung, BIJOUX BRIGITTE, CHRIST, APOLLO, DOUGLAS, YVES ROCHER, THALIA, WELTBILD etc. - alles klar? Wer kennt sie nicht?
An dem Schaufenster von PANDORA lief ich mehrmals auf und ab, weil ich nicht erkennen konnte, was die dort eigentlich verkaufen wollten. Irgendwann sah ich in ein paar Kästchen mit Elementen von Schmuckstücken. (???)
Ja, das hat mich dann doch neugierig gemacht und ich schaute zuhause im Internet nach. Aha! Es geht tatsächlich um Schmuck. Und zwar um sehr individuellen, weil frau sich alle Elemente selbst auffädeln kann. Ich schaute genauer hin. Oh je! Die Preise! Das ist ja ganz raffiniert! Man sieht erschwingliche Teile, aber wenn man die nach eigenem Geschmack zusammenstellt, dann wird es aber richtig teuer! Und das für einen Schmuck, dessen Elemente jeder als PANDORA identifiziert. Sehr individuell, wirklich!
Was mich noch amüsierte:
Bei Wikipedia fand ich folgenden Satz (Zitat aus Wikipedia):
Hesiod beschreibt Pandora als „schönes Übel“ (καλον κακον), welches die unheilvolle „Büchse der Pandora“ mitbrachte.
Na gut, ist halt nicht mein Geschmack. Da stricke ich mir lieber meine Stricklieselbänder, ziehe ein paar interessante Perlen drauf ... das ist dann wirklich individuell.
Überhaupt ist mir aufgefallen, dass in der ganzen riesigen Mall NICHTS, nein absolut gar nichts verkauft wird, was kreative Leute zum Wirken brauchen. Schon in der Branchenauswahl ist dies zu erkennen.
Lassen wir das ... jedem Tierchen sein Pläsierchen!
Ich komme nun zu meinen Pläsierchen zurück. Während der Autofahrzeiten habe ich nämlich gestern aus dem zweiten NORO-Knäuel das vierte bis sechste Eierhütchen gestrickt. Auf den Fotos sieht man mal die gefilzten und ungefilzten Exemplare nebeneinander. So riesig wie bei der Filztasche ist der Unterschied nicht.

... und morgen geht es wieder mit Jeans in die Wäsche ... bis dann!

Sonntag, 19. Juli 2009

Achtzehnter Ferientag - die Sache mit dem Wollknäuel

Heute komme ich zu dem letztens erwähnten verwirrten Wollknäuel, denn beim Stricken hat sich bei mir nichts Nennenswertes getan.




Es geht um eine Stelle aus dem Buch "Ich ging den Weg des Derwisch" des Engländers Reshad Feild. Feild macht sich auf die Suche nach der Denk- und Lebensweise der Derwische. Er wird geleitet von einem Derwisch namens Hamid, der ihn nach und nach in die Philosophie der Derwische einweist. Bei diesem Hamid ist auch ein Mädchen untergekommen, das Feild bei seiner ersten Begegnung in einem Nachthemd antrifft, ziemlich verwirrt mit einem Wollgewusel in der Hand, das es versucht, wieder aufzulösen.


Feild fragt Hamid dann eines Abends:

"Kannst du mir sagen, wer das Mädchen ist in dem Zimmer unter mir?"
"[...] Es ist noch nicht an der Zeit, über sie zu sprechen, doch ich kann dir immerhin verraten, daß sie sehr krank ist und ich mich um sie kümmere. Auf dem Weg zur Selbst-Erkenntnis gibt es viele Fallgruben, wenn der Schleier der Illusion zerreißt und die Wesensnatur unseres Seins freigibt. Ein Lehrer, der nicht weiß, was er tut, oder der gewisse Kräfte entwickelt hat, ohne die nötige Erfahrung und das erforderliche Wissen zu besitzen, mag dazu beitragen, die Schleier reißen zu lassen, bevor die Zeit dazu reif ist. Dann gibt es nichts mehr, woran der Schüler Halt fände. Dem Mädchen ist genau das geschehen; aber das ist nicht alles. Sie wartet darauf, erkannt zu werden. Verstehst du überhaupt, wovon ich rede?"
"Meinst du, sie will als Frau erkannt werden?"
"Ich meine, daß sie darauf wartet, erkannt zu werden wie alle Frauen. Das Wollknäuel in ihren Händen ist das Blau der Matrix ihrer Welt. Sie sucht nach dem Faden, der sie dahin zurückführt, wo alles begann. Ich frage mich, wie viele Menschen es gibt auf der Welt, die in derselben Lage sind." Er warf mir einen verstohlenen Blick zu, und ich wußte, daß ich diese Frage auf vielen verschiedenen Ebenen durchdenken mußte. Er sagte oder tat nie etwas ohne Absicht. Ich schwieg und bemühte mich, die Antwort zu finden, die er von mir haben wollte.
"Hast du noch nicht begriffen, daß alle Frauen in derselben Lage sind? Solange die Frau nicht vom Mann erkannt wird, kann sie niemals ganz frei sein. Der Mann hat zuviel vergessen. Doch würde er die Frau erkennen, so würde er auch sich selbst befreien. Die Frau, die Erde, wartet noch immer, mit großer Geduld, doch es mag sein, daß ihre Geduld bald ein Ende hat.
Dieses Mädchen ist zu uns geschickt worden, damit wir versuchen, ihr zu helfen, doch auch als ein warnendes Beispiel. Sei freundlich zu ihr und behutsam. Sie ist sehr zerbrechlich. Doch es gibt eine Chance für sie, eines Tages das Ende des Wollknäuels zu finden. [...]"
Quelle: Reshad Feild, Ich ging den Weg des Derwisch

Diesen Text muss man mehrmals durchlesen um seine ganze Tiefe auszuloten. Ich habe ihn hier zitiert, weil dieses Buch mich derzeit sehr berührt hat und weil man das Thema "Wolle" auch mal ganz anders angehen kann.
Verwirrte Fäden können auch als Sinnbild für eine Lebenssituation stehen, die sehr viel Geduld und Zeit braucht um wieder in eine überschaubare Ordnung gebracht zu werden.

Heute Nachmittag gab es in unserem Dorf einen OFFENEN GARTEN, der viele Anregungen zur Gartengestaltung lieferte, in dem aber auch Künstler ihre Produkte verkauften wie etwa diese Puppen hier:

Samstag, 18. Juli 2009

Freitag, 17. Juli 2009

Sechzehnter Ferientag - der "frühe Vogel" zwitschert vom Vortag

Gestern war mal der Haushalt dran, aber so richtig gründlich. Motten hatten in zwei mir sehr kostbare Jacken kleine Löcher gefressen. Es muss im Schrank passiert sein. Also hieß es: Alles rausräumen, mit dem Staubsauger den ganzen Kleiderschrank gründlich aussaugen, das Zedernhölzchen mit Lavendelöl bestreichen, alle Lavendelsäckchen auffrischen und nach und nach die Pullover wieder einräumen, allerdings sollen sie durchweg auch mal die Waschmaschine (Wollprogramm) kennen lernen. Das wird dauern.

Bei dieser Aktion holte ich auch die Tagesdecke aus dem Schrank, die unter den hängenden Hosen und Blusen liegt. Dieses gute alte Stück, für das ich vor mindestens 30 Jahren -zig Quadrate häkelte, die nachher Stück für Stück aneinandergehäkelt wurden. Hier ist das schwere Ding:



Und wieder motzten mich die vielen nicht vernähten Fäden auf der Rückseite an. Jedes Mal, wenn das gute Stück mal übers Bett gelegt wird (nur einmal im Jahr, wenn wir unser Haus der Nachbarin zum Pflegen übergeben, weil wir in Urlaub fahren), dann denke ich: "Ach ja, die Fäden wollte ich auch mal vernähen - oder wenigstens verknoten und kurz abschneiden." - Genau - und das tat ich gestern nun endlich - nach etwa 30 JAHREN!
Manches dauert halt etwas länger ... nun denn ...


Es brauchte denn auch eine Stunde, allerdings wählte ich die Variante "verknoten". Ich hatte keine Lust, bei der Wärme mit der dicken Decke auf den Knien auf der Terrasse zu sitzen und die vielen noch nicht vernähten Fäden mit Hilfe einer Nadel verschwinden zu lassen. Es waren auch längst nicht mehr alle, denn ich habe damals nach etwa der Hälfte aufgehört ... ich erinnere mich noch gut daran, dass ich dachte, es wäre ja eigentlich auch egal, weil sie ja auf der Rückseite nicht zu sehen sind.

Und doch haben sie mich immer wieder gestört.


Hier das Restgewusel ... die Decke konnte wieder in den Schrank.


Was meint ihr wohl, wie viele Quadrate ich damals gehäkelt habe?


Beim Vernähen der Fäden änderte sich plötzlich meine Einstellung zu dem, was ich da tat. Eigentlich meint man, das sei ja irgendwie völlig überflüssig, bis man an einen Punkt kommt, an dem das Denken aufhört. Das Zen des Fäden-Verknotens ... die Hände fassen die Fäden, legen sie umeinander, ziehen, noch einmal anders herum, ziehen, noch einmal ... und dabei beobachtet der Geist das Tun ... wird dabei ruhiger und ruhiger ... es erinnerte mich an eine Szene in einem Zen-Klosterhof, wo ein Adept die feinen Steinchen mit einer Harke Strich für Strich mustert. Als er fertig ist, geht der Meister über die Fläche und zerstört das ganze schöne Bild. Daraufhin empört sich der Adept, bekommt aber vom Meister zu hören: "Mach es noch einmal - es ist so angenehm, dir bei dieser Arbeit zuzusehen."


Auf genau diese Weise schaute ich mir bei meinem Tun selber zu und fühlte mich dabei glücklich und zufrieden.


Zu diesem Phänomen des "Glücklichseins beim Beschäftigen mit Fäden" will ich später noch einmal zurückkommen. Es geht dabei um vertüddelte Wollfäden, die man auseinanderbekommen will.


Jetzt ein anderes Thema - die Zauberball-U-Boote sind fertig. Sie gefallen mir sehr gut, passen hervorragend zu blauen Jeans und sind ganz schnell genadelt - ein Projekt zum Mindless Knitting.


Ja, und was haben wir denn da? Schon hat sich ein neuer Zauberball bei mir eingefunden!




Der Himmel zieht sich zu. Für heute sind schwere Gewitter angesagt und ich will noch ins Städtchen, ein paar Besorgungen machen ... bevor ich zum späten Vogel werde oder gar zum Wurm, der gefressen wird ... ;-))





... und der späte Vogel hat auch noch Neues zu berichten
Das Gewitter blieb aus - es donnerte ein-, zwei Mal - das war's!
Und ich hatte alle Töpfe und Kübel schön brav unters Dach oder ins Wohnzimmer geholt. Nun bleiben sie dort noch bis morgen stehen. Wir wissen ja noch nicht, womit uns die Nacht überrascht.
À propos "überrascht" ...
von etwas anderem wurden wir heute Mittag überrascht. Wir saßen gerade gemütlich beim Essen, als ganz plötzlich ein ohrenbetäubender Lärm loslegte - unsere Rauchmelder!
Nein - es brannte nichts, aber mein Bester meinte, es könnten diese kleinen Gewittertierchen sein, die in das Gerät krabbeln und damit den Alarm auslösen. War ich froh - wenn auch total verschreckt.
Im übrigen brachte der Tag heute eine Menge Socke ...
Zu meinen U-Boot-Socken gesellte sich ein Partnerpaar für meinen Besten - die zweite Socke ruht noch im Knäuel. Da der Knäuelrest nicht für das zweite Paar gereicht hätte, strickte ich Bündchen, Ferse und Spitze aus einem passend blauen Garn der Marke Regia.




Während des gedankenlosen Strickens kam mir plötzlich eine Idee, als ich das gestreifte Sommerhemd meines Mannes betrachtete. Die Farben des Hemdes müsste ich noch in meinem Restevorrat beherbergen. So musste er sich allerhand Sockenknäuel auf seiner Schulter gefallen lassen, bis ich die passenden Farben beisammen hatte. Und noch bevor ich seine zweite U-Boot-Socke anschlug, begann ich mit dem Streifenmodell, das nun genau zu seinem Hemd der Marke STATE OF ART passt. Nein, das kann ich hier jetzt nicht zeigen, denn ich wollte es ihm nicht vom Leibe reißen, um hier ein Foto davon zu zeigen. Aber ich habe zwei Pullover dazu geholt, die nun auch zu den Socken passen:






Wenn die Socken fertig sind, will ich sie mal mit Hemd bei Tageslicht fotografieren. Es hat richtig Spaß gemacht, die Streifenfolge des Hemdes zu imitieren.

Dienstag, 14. Juli 2009

Dreizehnter Ferientag - noch immer ist die Filztasche mein Thema

Heute nähte ich das Futter meiner neuen Tasche. Zuerst wurde die Tasche mit Schneiderkreide auf dem ausgewählten Stoff umrandet, dann der Futterstoff doppelt ausgeschnitten.


Ich schnitt ein kleines Innentäschchen zurecht und brachte am oberen Ende zum Verschließen ein Klettband an.



Hier das fertige Täschchen, aufgesteckt auf die Innenseite des Futters:

Das fertig genähte Futter wird von Hand in die Tasche eingenäht. So sieht der Taschenrand nun von innen aus:


Und das ist die komplett fertige Tasche. Sie hat gerade die richtige Größe um für unterwegs ein angefangenes Strickstück einzustecken. Das Lederband hat eher schmückende Funktion, denn wegen der Steifheit des Materials lässt sich die Tasche nicht wie ein Beutel oben zusammenziehen.


Und hier noch die schmückenden Details:








Und zur Krönung des heutigen Tages hat heute Morgen meine mannshohe Lilie im Garten ihre erste Blüte geöffnet. Seien Sie gegrüßt, Majestät!


Montag, 13. Juli 2009

Zwölfter Ferientag - total aus dem Häuschen!

Heute wird es spannend, liebe Blog-LeserInnen!
Mir klopft jetzt noch das Herz vor Freude!
Mit Nadeln Nr. 9 war die Tasche nach insgesamt einem Tag schnell fertig genadelt. Auch den Riemen hatte ich in Null-komma-nichts gehäkelt. Ich nähte die in voller Breite gestrickte Tasche - einmal längs halbiert - an einer Seite und am unteren Ende im Maschenstich zusammen. Schnell waren auch die Fäden vernäht. Ich konnte es kaum noch abwarten. Moment ... eine Jeans heraussuchen, die mal in die Wäsche könnte ... kein Problem.
Aber vorher wurde die Tasche noch ausgemessen:
Breite oben 30 cm (27% geschrumpft)
Breite unten 50 cm (32% geschrumpft)
Höhe 41 cm (39% geschrumpft)
Riemenlänge 1,32 m (21% geschrumpft)
Noch ein Foto gemacht ... der geeignete Stoff für das Innenfutter fand sich zufällig auch in meinem Restekorb ... da:

Nun ging es runter in den Keller - Jeans unterm Arm, Tasche, Riemen und Kamera in der Hand. Trapp trapp trapp ... Waschmaschine auf ... uuuund tschüss! So jung und schön werden wir uns nie wiedersehen!
Programm einstellen:


Herzklopf-klopf-klopf ...
Wasser Marsch!

Nun ist nichts mehr zu ändern!


Wusch wasch wusch wasch walk walk ...
und weggehen ...
das macht sich von alleine.

In der Zwischenzeit habe ich auf der Terrasse alle Blumentröge,
-töpfe und -kübel von Verwelktem befreit und die Folgen des
gestrigen Starkregens beseitigt.
Wusch wasch walk walk ...


Zwei Stunden später ...
Herz-klopf-klopf-klopf auf dem Weg zum Keller ...
trapp trapp trapp die Treppe runter ...
Waschmaschine aus ...
Tür auf ...
neiiiiin!!!

Da fand ich - eingeknüddelt in die Beine der Jeanshose -
ein hässliches zusammengedröseltes graues Etwas!
O je!

Beherzt griff ich nach dem dicken Knäuel,
zog es heraus,
griff hinein und staunte:
BRETTHART!!!

Die zweite Hand kam der ersten zu Hilfe
und beide zogen und zerrten das komische Gebilde in Form.
Hey, gar nicht so übel!

Zieh-zerr-zergel-zupf ...
das hässliche Entlein verwandelte sich zusehends in einen wunderschönen Schwan!
Aber nun schaut mal selbst:


Kann man mein freudiges Herzklopfen verstehen?
Zum Abschluss noch einmal zum Vergleich:

Insgesamt kann man sagen, dass die Tasche um ca. 30% geschrumpft ist.
Morgen wird die Tasche trocken sein. Dann will ich den Riemen oben und außen annähen, die 6 Messingscheiben rundherum aufnähen, das Lederband konfektionieren und evtl. noch ein Futter nähen. Es ist nicht notwendig, da die Tasche sehr fest und dicht ist. Aber ein farblich abgestimmtes Innenleben ist natürlich auch nicht schlecht. Mal sehen ...
Wer Lust bekommt, sich auch solche Taschen herzustellen, sollte sich unbedingt dieses Buch zulegen: Taschenträume
Das Buch ist der Hammer! Voller toller Ideen zum Filzen schöner Taschen! Schätze mal, das werde ich noch viele Male zur Hand nehmen oder auch als Anregung für eigene Kreationen nutzen.
Noch was ... für meine graue Tasche (Garn, Lederbändchen, Messingscheiben) habe ich rund 33 € ausgegeben. Das Garn habe ich im Sonderangebot bei wollana und wollout in Hannover erstanden. Es war ganz zufällig (welch ein Glück!) genau die richtige Menge für meine Tasche noch vorrätig.
Fabrikat:
Feltro von LANA GROSSA
100 % Schurwolle
zum Filzen bei 40°C in der Waschmaschine
schrumpft beim Waschen ca. 30-40%
(Angaben des Herstellers)

Neunter und zehnter Ferientag - Regen ohne Unterlass

Zum Sonntag erwartete ich Besuch von ehemaligen Mitschülerinnen. Wir haben uns daran gewöhnt, uns regelmäßig und reihum zum Frühstück zu treffen, nur ein harter Kern von vier bis fünf "Damen mittleren Alters". Da jedes Mal etwa zwei bis drei Monate dazwischen liegen, gibt es immer ein lebendiges Geschnatter über neu Erlebtes und über die Frühstücksfreuden, die damit verbunden sind. Da das Treffen dieses Mal bei mir stattfinden sollte und ich noch dazu Ferien habe, blätterte ich in der letzten LANDLUST, in der ich eine tolle Rezeptzusammenstellung zum Thema "Draußen essen" gelesen hatte. Da wir als Norwegen-Reisende dort "oben" immer wieder so leckere Zimtschnecken ( = kaneelboller) gegessen hatten, wollte ich die doch auch einmal selbst backen. In der LANDSLUST stand das passende Rezept. Hier die Schnecken - noch ungebacken auf dem Blech:

Noch am selben Nachmittag wurden sie von uns vorgekostet - dazu gab es einen aromatischen Schwarztee mit Mandelgeschmack. Lecker!
Auch dem Damenkränzchen haben sie gut geschmeckt. Aus der Landlust habe ich noch weitere Rezepte umgesetzt, die ich auch wieder verwenden würde - eine selbst hergestellte Limonade und ein Paprika-Dip.




Am Sonntag war dem Wetter ja nun gar nichts abzugewinnen ... wollte man draußen sein. Kein Problem für Hobbystrickerinnen. So strickte ich die erste Zauberballsocke (s. o. auf dem Kaffeetisch) und begann mit der Strickfilztasche. Die soll heute noch fertig werden und in die Maschine kommen. Na? Macht fast depressiv, der Blick aus dem Dachfenster, oder?


Das auf dem nächsten Foto dagegen stimmte mich wieder sehr fröhlich - Taschenträume in Grau ... heute Abend wird es vermutlich neue Eindrücke geben.

Freitag, 10. Juli 2009

Neunter Ferientag - Wunschträume

Weihnachten rückt näher. Daher kommt heute schon Söckchen Nr. 2 von 24. Ein Zwölftel ist fertig ... das Zwölftel hängt bereits am Kamin und Smiley-Niko kann schon lachen:



Aber mir ist schon klar, dass es noch richtig Sommer ist, wenn auch der Blick durchs Fenster mich heute beinahe daran zweifeln lässt. Petrus hat vergessen, seine Gießkanne wieder an den Nagel zu hängen. Draußen ist der Boden zu einer Matschkuhle geworden. Daher habe ich meine Küchenfensterbank zu einem kleinen Kräutergarten umfunktioniert. Ich hatte vom letzten Jahr noch runde Saatscheiben mit vier verschiedenen Kräutern: Petersilie, Dill, Basilikum und Schnittlauch. Mögen sie aufgehen!


Vor dem Küchenfenster stand für einen Tag mein Traumautochen - ein BMW-Mini, hier mal mit offenen Türen. In Kritiken kommt er nicht gut weg, aber optisch ist er doch ein kleiner Eyecatcher, insbesondere in diesem leuchtendem Rot!




Da fährt er schon wieder von dannen ... er durfte nur bei uns sein, weil unser eigenes Auto zur Reparatur war. Schade ...