Da ich die norwegische Sockenparade für unsere liebe norwegische Freundesfamilie bis auf eine halbe Socke fertig gestrickt habe (Fotoserie zum Achterpack später) und außerdem morgen die Sommerferien beginnen, mache ich heute abend mal ein Brainstorming und hole hier mal zusammen, was ich in den Ferien / im Urlaub stricken könnte.
Noch bin ich ganz eingenommen von schulischen Aufgaben. Am Dienstag war schon der erste Elternabend mit den Eltern meiner Lernanfängerklasse 2012-13 (alles ist gut), in den letzten drei Tagen hat mir meine Viertklässlerbande fleißig beim Umzug aller Plünnen und Piselotten in einen neuen Klassenraum geholfen, heute habe ich begonnen mit dem Putzen, Ausmisten und Wiedereinräumen, morgen gibt es Zeugnisse und ein gemeinsames Klassenfrühstück, danach ein Kollegiumsessen, dann werde ich den Rest des Tages wohl weiter meinen neuen Klassenraum einrichten und gestalten. Es steht noch sehr viel Arbeit an. Am Wochenende ist dann mein häusliches Büro dran und dann kann ich mich wieder ganz meinem geliebten Hobby widmen (nach meinem geliebten Schatz natürlich!).
Das Brainstorming beginnt. Da ist zunächst dieser Schal für meinen Schatz (sag' ich doch), den er zu seiner rotblauen Regenjacke im Urlaub haben soll - es ist ein Norwegen-Frischsommerwetter-Schal. Die Reihen sind wirklich schrecklich lang und ich glaube nicht, dass ich den Schal in so dünnem Garn noch einmal stricken möchte. Er enthält auch einige (nicht deutlich auffallende) Fehlerchen, weil ich mich am Anfang oft vertan habe beim Vor- bzw. Hinterlegen des mitlaufenden Fadens bei den Hebemaschen. Den Streifenverlauf habe ich systematisch angelegt. So wechselte die Farbe in den ersten Streifen nach ein bis zwei Reihen, später werden die Streifen immer breiter, zum Schluss fallen die dunkelblauen Zwischenstreifen sogar ganz weg.
Das nächste Teil soll ein Loop für den Hals werden. Zu dem wunderschönen handgesponnenen Garn gehört eine besondere Geschichte.
Hier die Geschichte dazu:
Wir haben in der Schule im Keller Plastikkästen mit
Deckeln stehen, in denen mitgebrachtes Material gehortet wird. Unter anderem
auch Wollreste zum Weben, Basteln etc.
Neulich brauchte ich für Pappmedaillen als Anhänger
Garn, so ging ich in den Keller und wühlte eine Kiste durch.
Ja, man kann nur von Wühlen sprechen, denn darin
war alles wild durcheinander gehortet. Viele Resteknäuel hingen unentwirrbar an-
und ineinander.
Fast unbrauchbar waren die Reste dadurch
geworden.
So etwas tut unseren Herzchen weh, nicht wahr, denn
wir lieben doch jeden Faden, weil wir aus allem etwas zu machen
verstehen.
Kurz und gut ... mir stellten sich die feinen
Härchen hoch ... doch da griff ich etwas ... ha ... Weiches, Kuscheliges ...
einen großen, fest gewickelten Ball, der sich doch so angenehm
anfühlte!
Er war noch gut gewickelt und ich fühlte, dass sich
in ihm etwas Besonderes verbarg. DER sollte hier sein wirres Resteknäueldasein
fristen?
Das konnte mein Strickerherz nicht dulden ... so "adoptierte" ich ihn kurzerhand, rettete
ihn aus den Unbeachteten, Verschmähten, denn ich fühlte seine
Kostbarkeit.
Nun muss ich dazu sagen, dass ich mein schlechtes
Gewissen ganz schnell wegoperierte mit der Rechtfertigung, dass auch dieses
Knäuel am nächsten Werk- und Basteltag den Weg der anderen nehmen würde, ich ihm
somit das Leben rettete, wenn es auch eigentlich zum Werken und Basteln
gespendet worden war.
Wie kann man nur!!! Selber schuld!, dachte ich mir
und nahm das gute Stück mit nach Hause.
Nein, ich habe es nicht nötig, Wolle zu klauen,
aber wenn jemand in einen Mülleimer einen Diamantring legte, würde ich, wenn ich
ihn zufällig entdecken würde, auch für mich herausnehmen und ihn wieder zu Ehren
kommen lassen.
So weit okay, nicht wahr?
Zuhause nun betrachtete ich das kleine Geheimnis
erstmal mit großem Respekt, schienen in ihm auch noch zwei kostbare Garne
vereint zu sein. Ich nahm das lose Fadenende und siehe da ... es hatte jemand
zwei vermutlich handgesponnene Garne zusammengewickelt zu einem Faden. Was für
ein Unverstand!
Denn ... in dem zusammengefügten Faden verbargen
sich einer in einem wunderschön tintigen Blau und einem zweiten, der aus
mehreren verschiedenfarbigen Fäden in blau, grün, rot zusammengezwirnt war, so
dass er als Faden bunt wirkte, dunkelbunt sozusagen.
Mit viel Geduld und Liebe ent-ZWEI-te ich den
Doppelfaden und wickelte daraus je ein großes Knäuel, wobei mir mein
Knäuelwickler gute Dienste leistete. Ich brauchte trotzdem ca. eine Stunde und
erhielt zum Lohn zwei wunderbar flauschige Knäuel (ca. 200g), die farblich gut
harmonieren. Was daraus nun wird?
Ein Halswärmer im Loop-Stil. Er besteht aus Streifen im Grundmuster 1r /
1l.
Und nun sag ... hättest Du das Knäuel den Weg alles
Schulischen gehen lassen???
Es geht weiter ...
Nun sollst auch Du endlich dran sein, liebste Ina. Wie lange habe ich schon etwas in Regenbogenfarben im Sinn - ganz speziell für Dich! Nun war am letzten Wochenende die Veranstaltung "Bad Meinberg spinnt", wo ich für Dich diesen herrlichen Farbenreigen erwarb:
Lass Dich vom fertigen Ergebnis überraschen!
Auch für meine Füße ist nach so viel Sockenroutine in den letzten Wochen mal wieder etwas im Entstehen. Ganz schlicht, zwar geringelt, doch in ähnlichen Farben und sehr gut passend zu meinen Jeans, die ich doch so gern trage:
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Die Vorlage: Mein beliebtestes Ringelmuster |
Und nun kommt noch ein ganz feines Garn, in das ich mich letztes Wochenende in Bad Meinberg verliebt habe. Es handelt sich um ein petrolfarbiges Leinengarn von
karen noe design (75% Leinen, 25% Baumwolle). Gestrickt wird es mit Nadelstärke Nr. 3-3,5. Da ich mir neulich eine senfgelbe Bluse zulegte, suchte ich nach einer Kontrastfarbe und diese passt hervorragend. Daraus möchte ich mir ein Jäckchen wie
dieses stricken.
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Fantastisch - dieser Glanz! |
Das dürfte für die Sommerferien ja wohl genügen. Sicher könnte ich noch mehr zeigen - es gibt ja auch noch so manches UFO ... gar nicht dran denken ... ;-)
Auf jeden Fall ist nichts Kompliziertes dabei und ich kann alles problemlos einpacken.