Mittwoch, 26. September 2012

Erster Rosa-Tütchen-Erfolg

Heute schreibe ich es hierher ... das Rosa-Tütchen-Zettelchen.
Das dicke Ding, was ins schwarze Tütchen gehört, habe ich noch in seinem Tütchen in der Ecke stehen. Es buhlt noch immer um meine Aufmerksamkeit. Aber die schielt schon nach etwas ganz anderem. Wenn ich dieses Post geschrieben habe, wird alle Buhl-Energie ins Neue eingeflossen sein.

Und das geht jetzt so:

Thema in der Religionsstunde war heute DIE TÜR. Ein Bild von einer Tür, die ein wenig offensteht, hinter der helles Licht in den diesseitigen dunklen Raum strahlt, füllte die ganze Projektionsleinwand aus und animierte zum Erzählen und Fantasieren. Ein Kind beschrieb sich in einem dunklen Raum und wollte raus zum Spielen, weil da die Sonne scheint, ein anderes sah sich im Bett liegend und wollte, dass die Tür geschlossen wird, damit es schlafen kann. Man spürte, dass die Kinder seelische Erfahrungen mit dem Rein-Raus-Hell-Dunkel-Geborgensein etc. hatten. 
Ich erzählte dann die Geschichte von Peter, der sich aus Versehen in der Garage eingeschlossen hatte und in der Dunkelheit verharren musste, bis seine Mutter vom Einkaufen kam und ihn erlöste. Auch dazu hatten die Kinder kleine Erlebnisse zu berichten, z. B. Klein-Irina (Name geändert), die mal von ihrem Bruder im Badezimmer eingeschlossen worden war und aus Wut das ganze Haargel von Mama auf Boden und Wände geschmiert hat. Wie das ausging? Ach, eigentlich ganz gut für sie, denn als die Eltern nach Hause kamen, hat sie ganz schnell mit einem Waschlappen das Haargel wieder weggewischt und ihr Bruder hat mächtig Ärger bekommen. Ob denn das weggegangen sei, fragte ich. Och jaaaa, das haben die nicht gemerkt, meinte sie grinsend und wackelte lustig auf ihrem Stuhl herum.
Nun gab es eine kleine Schulwegreise mit geschlossenen Augen. Man sollte sich den Weg aus dem Bett bis ins Klassenzimmer vorstellen und zählen, wie viele Türen man auf dem Weg durchschritten hat. In der Runde durfte jeder seine Zahl sagen. Das ging von 3 bis 5000 (natürlich ein Kinderquatschweg, über den wir gelacht haben, der sich dann folgerichtig noch einige Male mit anderen Riesenzahlen wiederholte).
Die Türen wurden benannt, auf einem großen Bild wiedererkannt. Da gab es die Zimmertüren, die Wohnungstüren, auch mit Spion, damit man den bösen Einbrecher nicht reinlässt, wenn Mama und Papa nicht da sind, da gab es die Haustür mit Klingel, die Schultür und zuletzt die Klassentür.
Und die hat es NICHT in sich, denn die ist sch...ebraun und langweilig.  

So gab ich den Kindern eine Schwarzweißzeichnung von der Klassentür mit Klinke und Klassenschild daneben. "Was meint ihr? Wollen wir unsere Klassentür nicht mal schön machen?" "Au jaaaaaaaa!", kam es begeistert zurück. Nein, nicht, dass Ihr jetzt denkt, wir würden die Tür bemalen (Ärger brauch' ich keinen dazu, den lassen wir jetzt mal schön im schwarzen Wegwerftütchen), aber man kann ja große Papierbögen zusammenkleben und bemalen. 

Was die Kinder sich ausgedacht haben, möchte ich hier mal zeigen:


Herzchen-in-Landschaft-Türen
Einhorn-auf-Bergwiese-Türen
Bunte-Muster-Türen
Biene-Maja-im-Sonnenschein-Türen
Regenbogen-Türen (das wär' auch meine gewesen)
Schmetterling-im-Grünen-Türen
Sonne-und-Regen-Türen

Na, das lässt sich doch wunderbar gruppieren. 
Der nächste Kunstunterricht ist schon im Groben vorbereitet. Am Freitag wird es eine gemeinsame Bildbetrachtung in der Klassenmitte geben. Ähnliche Bilder führen Kinder zu einer Malgruppe zusammen, denn sie werden mit ihrer ähnlichen Zielvorstellung am besten zusammen malen können. Und endlich darf der Wasserfarbkasten mit allen dicken Pinseln eingesetzt werden. Putzhilfen für hinterher haben sich schon angemeldet. Es sind Eltern, die Interesse am Unterricht bekundet haben. Nur wissen sie noch nichts ... vom Putzen. Ob ich sie vorher informiere? Die Kleidung sollte ja auch passen ...

Na, ist das nicht ein feiner fetter Rosa-Tütchen-Zettel?

Kommentare:

  1. Liebe Ulrike,

    wenn man die "Türen" Deiner Dötzchen so ansieht, kann man gar nicht glauben, welche "Flausen" sie manchmal im Kopf und in den Händen haben.
    Du wirst die Sache schon meistern.

    Bedenke:
    Auch Wolkenkratzer haben mal im Keller angefangen.

    Wenn´s so wie heute weitergeht hast Du in knapp vier Jahren das Obergeschoss erreicht.

    Stillstand und Mängel gibt´s auf jeder Baustelle.

    Liebe Grüße
    Monika

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  2. Noch ein kleiner Nachtrag.
    Dies stand heute in unserer Tagszeitung

    Gedanken zum Tage:
    Geh in deiner Arbeit auf, nicht unter.
    (Jaques Tati)

    Monika

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Danke, dass Du Dir Zeit für ein paar Worte an mich nimmst! Ich freue mich über jeden Kommentar und wenn Du ihn hier nicht sofort siehst, lese ich ihn doch sehr bald. Dann wird er hier auch öffentlich zu sehen sein.
Mit herzlichem Gruß
ULL-Rike