Mittwoch, 8. Juli 2009

Siebter Ferientag - darf ich vorstellen ...

Der Sommer ist ergraut - für ein paar Tage zumindest, wie es scheint. Es hat viele Gießkannen Wasser von einem stürmischen Himmel gegeben und ich hatte Gelegenheit, das Ganze während des Strickens an meinem Regenbogen gemütlich hinterm Fenster sitzend zu beobachten.
Doch zuerst habe ich, wie ich es gestern im Blog aufgezählt habe, die HENNY-Fäden vernäht. So füllt nun ein weiteres Paar selbstgestrickter Socken meine bunte Schublade:




Aber auch der NORO-Regenbogen ist heute fertig geworden. Ich habe ihn gleich mal so drapiert, dass man erkennen kann, wie ich gedenke, ihn zu tragen. Schwarze Hose mit schwarzem Stoffjäckchen, darunter ein selbstgenähtes Top aus orangefarbigem Taft mit aufgestickten Schneckenmustern. Das verlangt geradezu nach Regenbogen zum zusätzlichen Auffrischen!





Wenn man das Dreieck übrigens von der Spitze her aufrollt, lässt es sich auch als Schal tragen:


Morgen erwarten wir unsere liebe Nachbarin (80) zum Frühstück, da will ich den Tisch morgen besonders schön decken und werde heute mal etwas früher unter der Bettdecke verschwinden.

Dienstag, 7. Juli 2009

Sechster Ferientag - Invasion der UFOS

Für alle, die nicht wissen, was für leidenschaftliche Stricker ein UFO bedeutet, sei es vorweg erklärt:
Ein UFO ist ein UnFertigesObjekt ... und davon ist bei mir heute eine ganze Armada gelandet.
Das kam so:
Seitdem meine Strickleidenschaft neu erwacht ist (das war im Januar dieses Jahres) hatte ich noch nicht ein einziges Mal die Gelegenheit, mich mit viel Zeit und Muße in einer größeren Stadt nach Wolle und allem, was dazu gehört, umzusehen.
Heute war es nun endlich so weit:
Ich fuhr mit meinem lieben Mann nach Hannover!
Gestern habe ich bereits im Internet geforscht, was es denn dort so alles gibt.
Am meistversprechenden schien mir ein Geschäft in der Innenstadt zu sein, das hauptsächlich LANA GROSSA verkauft und außerdem aussortierte Ware zu einem günstigeren Preis veräußert.
So landete ich bei WOLLANA & WOLLOUT in der Grupenstraße.
Natürlich wurde ich fündig ...
Vorher war ich noch bei Schmorl & v. Seefeld gewesen, Hannovers führender Buchhandlung, und hatte dort ein Buch mit Taschen entdeckt, die in der Strickfilztechnik hergestellt werden.
Bei WOLLANA konnte ich gleich das passende Garn dazu finden.
Aber jetzt will ich die heutige UFO-Invasion mal schön UFO für UFO vorstellen:
Hier zunächst das Taschenbuch und zwei norwegische Lehrbücher. Mit ihnen wollen wir unsere bisherigen Norwegischkenntnisse vertiefen und unsere Sprache verbessern. Mal sehen, mit welcher Lektion wir beginnen werden, denn durch das häufige Lesen norwegischer Zeitschriften und Bücher sowie durch den Kontakt zu einer sehr netten norwegischen Familie kommen wir schon ganz gut zurecht.

Aus dem Filzbuch suchte ich mir dann bei WOLLANA diese graue Beuteltasche aus, denn im Sonderangebot hatte man dort eine wunderschöne graue Filzwolle von LANA GROSSA. Bei "idee", einem tollen Kreativmarkt im Zentrum von Hannover, bekam ich gleich die passenden Lederbänder und Messingscheiben dazu. Somit ist bei mir das zweite Filz-UFO gelandet.



Auch diese tollen Holzperlen entdeckte ich bei idee. Sie werde ich bei kleineren Sächelchen, z. B. Strickschmuck aus Schläuchen, verwenden.



Bei WOLLANA fand ich auch das passende Garn für den Adventskalender, den ich für meine Klasse stricken möchte. Statt Royalblau wählte ich allerdings Tannengrün. Weihnachten ist für mich Grün und Rot mit etwas Weiß, das den Schnee am Söckchenrand darstellen soll.


Während der Hin- und Rückfahrt durfte ich auf dem Beifahrersitz meine neuesten Socken fertigstellen. Kein UFO mehr ... ich muss nur noch die Fäden vernähen.


Die Restfäden werden nach den Ferien in der Klassentischdecke verschwinden.



Dann war da noch das schon letzte Woche gelandete UFO, aus dem sechs Zwerge ohne Mütze ausstiegen. Sie warten schon sehnsüchtig ... die sechs kleinen Eiermänner!


Ein wenig liegt mir dieses schon etwas in die Monate kommende UFO - die Kurzjacke aus LANA GROSSA Baumwollseidengarn - auf der Seele. Ich müsste mich nur mal mit einem Maßband an die Vorlagenjacke begeben und die Ärmelgröße berechnen. Ja, und dann ... dann wird aus dem UFO hoffentlich bald ein FO!


Das farbenfroheste UFO allerdings wird sich bald verwandeln. Das zweite NORO-Knäuel ist fast aufgestrickt. So werde ich das Tuch in Kürze bei nächster Gelegenheit tragen können.
Heute hätte ich es im Auto gut gebrauchen können, denn wir mussten von Hannover bis zu uns ins Lipperland mit einem offenen Fenster fahren, weil der Hebemechanismus plötzlich defekt war. Wie gut, dass es warm war und die Sonne schien! Trotzdem hätte ich meinen Hals gern mit einem Tuch gegen Zugluft geschützt.


Nun liegen in meinem Büro auf dem Fußboden alle UFOS friedlich beieinander, denn sie wissen, in welcher Reihenfolge sie sich verwandeln dürfen.
Ich lege es mal fest, auch wenn ich mich nicht zur Einhaltung zwingen werde:
1. Sockenfäden vernähen
2. NORO-Tuch fertigstellen
3. Zwergenhütchen weiter stricken und filzen
4. Kurzjacke fertigstellen
5. Tasche stricken und filzen
6. Kissenhülle mit dem Kreuzstichbild nähen
Und zwischendurch immer wieder mal ein Söckchen für Advent stricken, ein bisschen Norwegisch lernen und schönen Strickschmuck basteln.
Ganz leise klingeln noch ein paar Sockenwünsche an ... keine Sorge - die gehen schnell!
So wird meine UFO-Armada sicher meine freie Zeit bis Weihnachten füllen. Das hätte ich heute Morgen noch nicht gedacht!
Hier will ich weiterhin dokumentieren, was wie vorwärts geht ... die Ferien fangen ja gerade erst an.
Und jetzt bin ich hundemüde und werde wohl von Eierzwergen in Filztaschen mit Weihnachtssöckchen an den Füßen und schönem Wollschmuck um den Hals träumen ...

Montag, 6. Juli 2009

Fünfter Ferientag im Telegrammstil ohne Fotos

~~~ klassenraum nur kurz bearbeitet ~~~ nach 2 stunden kam störung von 2 handwerkern, die einen beamer unter der decke installieren wollten (juhu - bekomme nun auch laptop und beamer!) ~~~ bin abgezogen, um ein anderes mal wiederzukommen ~~~ hatte keine lust auf suchen meiner aus dem schrank geräumten dinge unter einer riesenfolie ~~~ nachmittags im café mit ehemaligen kolleginnen gewesen ~~~ kaffee streng, kuchen mit hartem zuckerguss viel zu dick überzogen ~~~ nenne keinen namen, war nämlich nicht empfehlenswert ~~~ mailansammlung aufgeräumt - wurde zeit! ~~~ nur 8 reihen noro-tuch gestrickt - verdammt lang inzwischen! ~~~ von kurz zu lang ...

Philosophisch-Esoterisches ... ;-)
heute Nachmittag wollte ich etwas Hübsches zum Kaffeetrinken anziehen. Das Ausgewählte saß recht stramm ... schon wieder zugenommen? Nö, nä?
Da fiel mir ein, dass ich momentan extrem zunehme - in jeder Reihe eine Masche, macht bei 50 Reihen schon 50 Maschen ... inzwischen ist das NORO-Tuch extrem breit geworden. Und das innerhalb von knapp drei Tagen!
Hätte ich es vielleicht von der breiten Seite aus stricken sollen? Vielleicht wäre dann der Einfluss auf mein Empfinden der eines stetigen, gleichmäßigen Abnehmens gewesen und hätte sich körperlich in diesem gewünschten Sinne ausgewirkt?
Hach, wenn es doch so einfach wäre ... allerdings - extrem abnehmen ist auch nicht gesund. ;-)
Foto vom Klassenzimmer fällt aus ... wollte nicht die Handwerker fotografieren, denen das vielleicht gar nicht recht wäre ...

Fragen an meine BlogleserInnen:
Was denkt Ihr über Ab- und Zunehmen beim Stricken?
Welche Erfahrungen habt Ihr damit gemacht?
Fotos von Stricktreffs bringen mich zum Nachdenken ... ooops ...
warum können so oft gerade die leidenschaftlichen StrickerInnen ihre eigenen Werke kaum tragen?
Und wenn sie es doch tun, warum sehen sie dabei auch noch so glücklich aus?
Gibt es eigentlich eine "Beim-Stricken-abnehmen"-Diät?
Wer schreibt eine Erfolg versprechende Anleitung dazu?
Wie geht es Euch beim Stricken?
Nehmt Ihr ab oder zu?
Oder nehmt Ihr ab und zu ab und ab und zu zu?
Ich raufe mir die Haare,
erhoffe Kommentare!

Sonntag, 5. Juli 2009

Vierter Ferientag - Stricktag total in rauschenden Farben!

Mein erster Gang nach draußen - kurz nach 8 Uhr - ließ mich spüren, dass es noch recht frisch war, im Schatten jedenfalls. Das Thermometer zeigte knapp 15°C.
So rückte ich kurzerhand Tisch und zwei Stühle fürs Frühstück von der schattigen Terrasse in eine sonnige Gartenecke. Natürlich nahm auch mein NORO-Tuch dort Platz, wie man sieht. Momentan begleitet es mich fast überall hin.


Beim Frühstück fiel mein Blick nach oben in den Kirschbaum, wo die Angebotskirschen für die vielen Vögel hängen, die unseren Garten besuchen. Neulich war es eine riesige Schar von etwa 30 Staren! Für uns haben sie aber genug Kirschen übrig gelassen, dicke, schwarze, süß-saftige Kirschen! Noch haben wir einen kleinen Vorrat im Keller ... ausgesuchte, unbeschädigte Exemplare, die sich nicht gegenseitig mit Fäulnis anstecken.
Der Baum mit seinen Früchten und dem leuchtend-blauen Himmel dahinter harmoniert mit meinem Tuch.
Das ist im Laufe des Tages um ein großes Stück gewachsen. Bevor ich mit dem zweiten 100g-Knäuel begann, wollte ich wissen, wie groß das Tuch wird. Ich dachte an meinen eigenen Mathematikunterricht zurück (lang, lang ist's her!) und machte mir eine Zeichnung, stellte dann eine Gleichung mit zu vielen Unbekannten auf, deren Terme durch bekannte Größen ausgetauscht werden mussten. Mit Hilfe meines "großen Jungen", der mathematisch noch ein bisschen mehr Durchblick hat als ich, fand ich dann die Lösung:
Mein Tuch wird an der breitesten Stelle 1,55 m breit sein. Die Länge vom Zipfel bis zum oberen Rand wird 1,22 m betragen. Ich maß am Körper ab und kam zu dem Schluss, dass das Tuch gute Proportionen haben wird. Prima! So werde ich die ganze Wolle einfach aufstricken. Fertig ist die Laube ...

Vor Sonnenuntergang zauberte die Sonne durch die am Fenster hängenden Glaskristalle ein Regenbogenlicht auf den Teppich. Wie passend!
Das Tuch stricke ich inzwischen auf einer 1m langen Rundstricknadel. Die vielen Maschen passten nicht mehr auf eine Nadel und das Halten des Gewichts war inzwischen auch recht unkomfortabel.
Morgen werde ich wohl nicht so viel Zeit zum Stricken haben. Vormittags werde ich in die Schule fahren und weiter räumen und putzen und am Nachmittag ... abwarten ...

Samstag, 4. Juli 2009

Dritter Ferientag mit Himbeergeschmack und Vermählungsanzeige

Das Eisdielentreffen gestern Abend war etwas müde. Ein Gewitter hing in der Luft und verzog sich wieder. Wir waren nur sechs Strickerinnen und genadelt haben nur vier davon. Das Schützenfest tobte etwas weiter weg, doch war die Eisdiele gut besucht. Der italienische Inhaber hatte die raumhohen Scheiben zur Straße geöffnet und wir saßen direkt hinter der Öffnung. Draußen standen Tische und Stühle. Die Gäste wechselten in schneller Folge, nur wir hatten Sitzfleisch. "Was ist das denn hier? Ein Stricktreff?", fragte der eine oder andere Gast durch die Öffnung nach drinnen. Man fand es wohl merkwürdig, dass jemand auf die Idee kommen kann, im Sommer bei dieser Hitze zu stricken.
Eine Teilnehmerin hatte einen kleinen Schatz mitgebracht, nämlich ein Tütchen Restbänder aus der Bänderei Kafka in Wuppertal, in der sie gewesen war. Das muss man sich einfach anschauen! Dazu hatte sie noch das Buch "Bänder und Etiketten" mit vielen Ideen mitgebracht, was man mit solchen Bändern alles gestalten kann. Traumhaft schön!

Im Internet fand ich auch folgenden Tipp:

... wenn man sie anruft, schickt sie einem einen Beutel mit Mustern (Bortenstückchen und Aufnäher, die man auch schon gut verarbeiten kann), zudem bekommt man eine Preisliste. Man bestellt per Telefon oder Fax und bekommt in wenigen Tagen das Bestellte.
Tel.:0202/602744


Ich strickte in der Eisdiele fleißig an meinem Dreiecktuch, doch wusste ich noch nicht, dass jede gestrickte Masche wieder aufgeribbelt werden würde. Zuhause hielt ich das gestrickte Stück mal an ein Dreiecktuch aus meinem Schrank und fand, dass das NORO-Tuch viel zu schnell viel zu breit wurde. Doch vor einer Entscheidung legte ich mich erstmal schlafen.
Heute Morgen folgte nach dem Morgenspaziergang durchs Feld der schnelle Entschluss: Mr. Ribbel wurde zu einer kurzen und schmerzlosen Aktion eingeladen. Doch vorher begann ich mit dem zweiten Knäuel einen neuen Versuch, bei dem ich die Zunahmen nur in jeder zweiten Reihe vornahm. Hier der Vergleich:


Übrigens wird dies ein wertvolles Tuch (der Preis für ein Knäuel betrug fast 20 Teuro und zwei werde ich bestimmt brauchen), daher soll es mir auch in jeder Hinsicht nachher gefallen und die breite Form gefiel mir ganz und gar nicht!
Schon am Nachmittag war das Tuch wieder recht groß geworden. Zwischendurch habe ich 12 Himbeermuffins gebacken. So gab es Muffins zum Kaffee und die Ribbelei war vergessen.


Ich legte es auch unserem kleinen Faun Sansorius vor, der mitten im Garten ein kleines Blumeninselchen sein eigen nennt. Ich gebe zu, er schaut etwas nachdenklich ...
Nein, Sansorius, das Tuch ist nicht für dich, auch wenn es momentan gerade die passende Größe hat.


Die Art der Zunahme bei diesem Tuch wiederholt sich alle vier Reihen. Daher lege ich mir "Zählsteine" dazu, die ich nach jeder Reihe auf dem Tisch umlege. Man kann nämlich wegen des Netzmusters nicht genau erkennen, wann man die Zunahme durchgeführt hat und kommt dann leicht durcheinander, wenn man die Arbeit aus der Hand legt.
Hier noch einmal das Tuch unter einem Lavendelbusch:

Es macht so fröhlich mit seinen schönen Farbverläufen! Und es fühlt sich jetzt schon angenehm auf der Haut an ... eine schöne Bereicherung als Stola zu elegant-schwarzer Garderobe an warmen Sommerabenden!
Und hier zum Schluss noch eine freudige Mitteilung:
Meine Strickliesel gibt ihre Vermählung bekannt. Der glückliche Auserwählte ist Herr Strick-Huber, der Korrekte, der nach den Ferien meinen Süßen beim Schlauchstricken behilflich sein will:

Freitag, 3. Juli 2009

Zweiter Ferientag im NORO-Fieber

Der Tag begann wieder mit einem Spaziergang über die Felder - dieses Mal ohne Hundebegegnung.
Die neuen Schulhefte für die Kinder wurden teilweise beschriftet und nach dem Frühstück zog ich über den Wochenmarkt. Es gab leckere Him- und Erdbeeren. Die mussten mit! Morgen gibt es Erdbeeren mit Haferflocken zum Frühstück und Himbeermuffins zum Kaffee. Die müssen natürlich noch gebacken werden.

In der Mittagshitze kletterte ich mit meinem Besten auf unseren eigenen Kirschbaum, wo wir versuchten, den Vögeln noch so viele Kirschen wie möglich abzuluchsen. Sie sind tief-dunkelrot und schmecken so saftig-süß, dass man sofort nach dem Ausspucken des Kerns wieder in das Schüsselchen greift.

Ebenso verführerisch wirkt sich auf mich auch eine solche Aufgabenvielfalt in so wunderschönen Farben aus:
Die zweite bunte Socke (am oberen Bildrand) ist bald fertig, die Schultischdecke aus dem Strickschlauch ist auch ein bisschen größer geworden und kann nun gern liegen bleiben bis nach den Ferien, so dass die Kinder weiter machen dürfen. Am unteren Rand des Fotos liegt der erste noch ungefilzte Eierwärmer in der Bambus-Schale, der zweite sitzt bereits auf den Bambusnadeln. In der Mitte ist das erste Zipfelchen von meinem neuen Dreieckstuch zu sehen ... das NORO-Virus hat mich voll im Griff!
Hier noch ein näherer Blick auf das bisherige Ergebnis:
Gleich geht's ins Städtchen ... man feiert Schützenfest im Zelt, doch werde ich mit anderen Wollsüchtigen vor der Eisdiele sitzen und nadeln ... ich freue mich schon!

Donnerstag, 2. Juli 2009

Erster Ferientag und Wollfreuden

Heute begannen meine Sommerferien. Nein - ich habe nicht lange geschlafen. In einem anderen Strickblog las ich heute, dass "der frühe Vogel" die Bloggerin mal könne. Ich dagegen "fing heute den Wurm". Und der hieß NORO.
Aber der Reihe nach ...
Nach frühem Aufstehen ging ich eine Runde über die Felder - ohne Hund und doch mit Hund, denn eine Hundehalterin warnte mich vor ihrem Hund, der ihr gerade ungezogen davongerannt war. Was ich denn befürchten müsse, war meine erste Frage. Er sei noch sehr jung und springe Menschen an, wenn er sich freue. Wie ich mich denn am besten verhalten solle, war meine zweite Frage. Mit dem Fuß wegstoßen, erfuhr ich von der Dame.
Na, wie das wohl ausgehen würde ...?!?
In weiter Ferne sah ich einen dunklen Hund - einen Labrador - durch die schon reifenden Getreidefelder jagen. Er entfernte sich mehr und mehr, doch plötzlich erschien er vor mir auf dem Feldweg - mit fliegenden Ohren und in einem Affentempo. Er raste auf mich zu und als er auf meiner Höhe ankam, setzte er zwar gerade zu einem Sprung auf mich an, doch war dann Frauchens Tiiiiiiiiiim-Ruf für ihn doch bindender als sein Bedürfnis, Kontakt zu mir aufzunehmen. Gut so! Ich habe keine Angst vor Hunden, doch anspringen lasse ich mich von ihnen auch nicht gern.
Nach diesem eher lustigen Tagesbeginn und nach einer 10-minütigen Verweilpause unter einer riesigen blühenden Linde, wo ich Tausenden von Bienen lauschte, kehrte ich wieder um ins Dorf und gönnte mir ein gemütliches Frühstück. Anschließend fuhr ich zur Schule, wo ich ein paar Kolleginnen traf, die sich gemeinsam auf ein Frühstück im Lehrerzimmer vorbereiteten. Das hatte ich gar nicht gewusst. So gab es dort nach dem ersten Frühstück gleich noch ein zweites, verbunden mit nettem Klönschnack über die Erlebnisse in den letzten Tagen.
Dann ging es an die Arbeit: Klassenraum aufräumen. Ich bin nicht fertig geworden und es mag wohl noch weitere zwei Tage dauern, bis alles für das 2. Schuljahr vorbereitet ist. Hinterher hatte ich das Gefühl, ich hätte eine Staublunge *krächz-und-räusper*.
Dort, wo etwas liegt, wird nie geputzt. Da muss man dann schon mal selbst das Staubtuch wedeln.
Als es fast 14 Uhr war, reichte es mir, noch dazu in dieser heutigen Sommerhitze von 30°C. Im Supermarkt besorgte ich neue Hefte für die Kinder und fuhr ins Nachbarstädtchen und infizierte mich mit besagtem Wurm.
Er begegnete mir im dortigen Handarbeitsgeschäft und ließ mich nicht los. Dem NORO-Virus sagt man ja nach, er erzeuge Brechdurchfall, doch bei mir erzeugte er heute Abend bewegliche Finger und so sah das Ergebnis aus:



Was das wird? Es entsteht soeben der erste von 6 Eierwärmern fürs Sonntagsfrühstück. Weiter unten das fertige Strickstück, das nun mit den nächsten fünf Exemplaren zusammen einer ordentlich heißen Wäsche in der Waschmaschine unterzogen werden soll.
Dies wird sein Maß um angeblich ein Drittel verringern und seine Oberfläche verdichten. "Strickfilzen" nennt man dieses Verfahren, das ich für mich gerade erst neu entdecke.



Das Thema NORO-Virus ist noch nicht zu Ende ... das nächste Foto zeigt zwei weitere Knäuel des japanischen Garns, aus dem ein grobmaschiges Dreieckstuch entstehen soll. Die Vorgehensweise durchschaue ich heute Abend noch nicht, obwohl die Besitzerin des Handarbeitsgeschäfts eine Anleitung im Internet für das Aufnehmen von Maschen am Rand bei Youtube erklärt. Vielleicht bin ich auch einfach zu müde heute Abend. Morgen will ich auch das von ihr beschriebene Muster erst mit einem anderen Garn ausprobieren. Das NORO-Garn ist wegen seines Handspinncharakters nicht besonders reißfest. So ist es mir beim ersten Eierwärmer gleich zwei Mal gerissen, weil ich recht fest stricke. Ich musste jedes Mal neu ansetzen, was aber wohl nicht so schlimm sein dürfte, denn im nachher verfilzten Strickstück wird man den Neuansatz sicher kaum noch erkennen.
Das fertige Tuch möchte ich demnächst an Sommerabenden über schwarzen und dunkelgrauen Tops tragen.


Meine nette Nachbarin hat mir neulich ein Stickbild fertig gestellt, das bei mir jahrelang als UFO (Un-Fertiges Objekt) von Schublade zu Schublade flog. Wohin nun mit dem schönen Stück? Alle Wände sind vollgehängt mit Bildern, Kreuzsticharbeiten und anderen Dingen. So kam ich auf die Idee, es in eine Kissenhülle einzuarbeiten. Den Stoff dazu habe ich mir heute besorgt.
Außerdem stöberte ich in der Zeitschriftenauslage im Supermarkt in den Strickzeitschriften und nahm mir zwei mit, ein Heft mit Damen- und eines mit Herrenmode. Mein Bester soll doch auch mal was von meinem Hobby haben! Viel hat ihm daraus nicht gefallen, aber fündig geworden ist er schon.
Ferien sind etwas Herrliches - auch wenn das Thema Schule wie faserige Sehnen ein Stück Fleisch meine Ferien durchwachsen wird. Wenn ich in der Schule fertig bin, soll auch mein häusliches Büro eine gründliche Reinigung und Neuordnung erfahren, dann macht das neue Schuljahr gleich doppelt so viel Spaß.

Oh ... es ist schon wieder heute, weil alles Geschriebene gestern war ... gute Nacht!
Ich frage mich gerade, warum ich so ein mulmiges Gefühl im Bauch habe. War es die Sahne im Eiskaffee, die nicht ganz in Ordnung war? Oder die Sehnen im Ferienfleisch?
Aber doch nicht etwa das NORO-Virus ...??? ;-)
Da will ich mich nun mal schnellstens auf die Bettdecke legen (heiß ist's in der Koje!) und vom heute Abend (ja - heute!) bevorstehenden Wolltreff in der Eisdiele träumen. Dieses dritte Mal werde ich wohl mit den anderen Damen zum ersten Mal draußen vor der Tür sitzen und beim Stricken mein Eis schlabbern ...


Montag, 29. Juni 2009

Kurzbericht vom Tage

Ich komme morgens in meine Klasse, ein paar Kinder sind schon da. Das angefangene Strickdeckchen lege ich auf den runden Korbtisch in der Mitte. Es zieht die Kinder an wie ein Magnet:
"Was ist das denn?"
Ich erzähle, was ich mit ihnen demnächst vorhabe - besonders die anwesenden Jungen lauschen aufmerksam, einer erzählt gar, er habe so ein "Ding" zuhause und wisse gar nicht, wie das geht.
Ein anderer folgt mir auf dem Fuße, als ich mit Strickliesel bewaffnet zum Schulhof strebe, wo ich heute Aufsicht habe.
Ich setze mich auf einen Baumstumpf und beginne zu nadeln.
Er stellt sich neben mich und "will auch mal".
So halte ich mit der linken Hand und um den Zeigefinger gewickeltem Faden die Strickliesel - das gute alte Stück - und er zieht den Faden über die Häkchen. Anfangs rutscht ihm dabei der ganze Schlauch noch ab und zu von denselben, doch bald hat er den Trick mit der rechten sichernden Zeigefingerspitze raus und es geht flotter voran.
Drei Mädchen aus einer mir fremden Klasse (auf dem Pausenhof laufen sicher 20 Klassen herum) schauen nicht lange interessiert zu und wollen auch mal.
Sie dürfen, machen es aber nicht besser als der Junge.
Und bei all dem kamen meine eigenen Stricklieseleien wieder in der Erinnerung hoch und fühlten sich so frisch an, als wäre es erst gestern gewesen - dieses Gefühl ... anheben, rüberziehen, loslassen - eine geniale Wirkerei!
Es macht riesigen Spaß und scheint wohl sehr anzustecken.
Gerade muss ich lächeln bei dem Gedanken daran, dass demnächst vielleicht die Springseilchen in der Klasse liegen bleiben und meine Klasse die anderen Kinder mit einem neuen Virus ansteckt, dem Lisulus obretio patentus.
Retro ist in und macht sich breit ...

Sonntag, 28. Juni 2009

Entscheidung an einem schwülen Sonntag

Meine dienstlichen Aufgaben habe ich gerade beendet, es ist fast Mitternacht, die verlockenden Kirschen stehen immer noch neben dem PC und verführen meine Hand zum Zugreifen ... hmmmmm ... und nun will ich noch kurz berichten, was ich heute neu angefangen habe, bevor ich schlafen gehe.
Das eine Projekt ist eine Variation des Sockenmodells HENNY. Dieses Mal habe ich, wie auf dem Foto zu sehen ist, zwei Farben von dem selbstmusternden Garn einfach ausgelassen. Die Fäden liegen aufgerollt unten links. Es ist das Gelb-Weiß und das Orange. Sie stören mich ein wenig in der Farbfolge. Das Orange schränkt für mein Empfinden auch die Kombinationsmöglichkeiten beim Tragen der Socken zu anderen Kleidungsstücken ein. Die gelben Pfeile kennzeichnen die ausgelassenen Farben im Vormodell.
Den schlichten gelben Streifen (ohne Weiß) dagegen fand ich okay. Klar - alles Geschmackssache!
Das abfallende Garn führe ich einem anderen Verwendungszweck zu, den ich weiter unten beschreibe.




Von der Socke HENNY war noch mehr als ein halbes Knäuel von dem selbstmusternden Garn von LANA GROSSA übrig geblieben, das mich auf eine Idee brachte.
Als Grundschullehrerin würde ich meiner (nach den Ferien) 2. Klasse gern als Lernangebot den Umgang mit der Strickliesel vorstellen. So könnten sich interessierte Kinder beim Herstellen einer bunten Decke für unseren runden Allzwecktisch in der Klassenmitte beteiligen. Ich will in den nächsten Tagen noch eine zweite Strickliesel besorgen - zum Probieren. Wer dann daran bewiesen hat, dass es klappt, darf an der Decke mitarbeiten. Bis zum 4. Schuljahr (ich hoffe, früher!) wird unsere Decke dann wohl fertig sein und viele Kinder haben dann ihrer Hände Arbeit darin stecken. Eine tolle Pausenbeschäftigung für Schönwetterpausen - gemütlich draußen auf der Treppe sitzen und Maschen über Häkchen ziehen!

Mein guter Göttergatte fand die Rückseite (wie unten gezeigt - wo ich den Schlauch zusammennähe) sogar schöner als die Vorderseite. Was meint ihr dazu, liebe MitleserInnen?

Samstag, 27. Juni 2009

Blick zurück ...

Heute erinnere ich mich noch einmal an die Anfangs-Idee zum Halstuch MAIWALD und an den Entstehungsprozess. Nachdem ich die Idee mit dem Zeichenprogramm PhotoDraw skizziert hatte, ging ich ins Handarbeitsgeschäft in unserem Städtchen. Dort leitete mich das Angebot zur Abwandlung meiner ursprünglichen Idee. Konnte ich wissen, dass es ein so schönes selbstmusterndes Garn geben würde, das genau zu meiner Jacke passte?
Eine liebe Freundin fragte mich heute, woher ich nur die Ideen bekäme.
Nun ... sie werden angestoßen durch die Umstände. Sie entwickeln sich beim Tun (oder - wie mein Opa-selig immer sagte: "Die Arbeit weist den Weg.") . Dabei gehe ich natürlich auch das Risiko ein, Mr. Ribbel einladen und noch einmal von vorne beginnen zu müssen. Ohne Risiko kein Gewinn! Manchmal verwerfe ich auch das ganze Projekt.
Heute Abend will ich mal brainstormen, was als nächstes Strickwerk ansteht:
Da ist die eine Socke Chess-on-the-Beach (Schach am Strand), der noch ihr Partner fehlt.
Die Kurzjacke hat noch keine Ärmel und keine Taschen.
Das Sockenmodell HENNY will ich auch für mich stricken, vielleicht mit roten Bündchen, Fersen und Spitzen. Die Wolle ist bereits vorhanden.
Die gute Caféinhaberin hat außerdem noch einen Sockenwunsch. Selbstmusternd in Grüntönen. Fein, dabei lässt sich dann wieder gemütlich Kaffee trinken und klönen.
In meinem Stash (Lager) liegt noch der blau-türkisfarbige Zauberball, der schon halbwegs als Baktus verstrickt war, der aber viel zu schnell sehr breit wurde und daher mehr als 100 g verbraucht hätte. Außerdem gefiel mir der Farbverlauf im kraus rechten Gestrick nicht. Was ich nun aus ihm stricken werde, weiß ich noch nicht. Vielleicht einen neuen KARIUS? Die machen mir derzeit am meisten Spaß ... man kann so schöne Designs erfinden.
Schluss für heute! Morgen ist erst Dienstliches dran, dann noch drei Tage, dann gibt es Ferien!
Juhuuu! Zeit zum Stricken und gärteln ...