Donnerstag, 13. September 2012

Erfahrungen

Auch schon mal im Kino gewesen? - Na, dann werdet Ihr gleich lächeln.

Heute Morgen habe ich zum ersten Mal Laptop und Beamer im Unterricht eingesetzt. Schon vor dem Unterrichtsbeginn standen die Kinder staunend vor der großen Leinwand. "Ui, machen wir heut' Kino?", fragt Mary interessiert. Im Spaß sage ich: "Ja, ganz tolles Kino! Aber ihr habt ja erstmal Sport bei Frau Hickelbein." (Name von der Redaktion geändert)

Was wirklich auf der Leinwand präsentiert wird, sind Aufgaben, die ich eingescannt habe und die die Kinder anschließend selbstständig auf einem Blatt Papier bearbeiten können.
Jason kommt ganz vorsichtig zur Leinwand, fasst einmal dran, dann wendet er sich zu mir um. Mit dem Finger am Mund fragt er mich etwas - ganz leise. Ich verstehe bittestopdooorn ... ich frage nach. "Was meintest du, Jason? Es ist so laut hier, ich habe leider nichts verstanden." Er wiederholt seine Frage - dieses Mal lauter, so dass ich verstehe: "Bipt es Popcoooorn?"

Diese Frage hätte ich meiner Grundschullehrerin niemals gestellt. Aber ich war ja auch mit 6 Jahren noch nicht ein einziges Mal im Kino, wir hatten noch nicht einmal einen Fernseher und Popcorn gab es nur auf dem Kindergeburtstag. 


Dienstag, 11. September 2012

Erst der Spaß und dann das Vergnügen ...

Hm ... kommt Euch der Spruch nicht komisch vor? Haben wir als Kind nicht schon gelernt: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen?  - Stimmt! - Bei mir soll es heute aber erst den Spaß geben - den frischen und unverstellten Kinder- (nein, auch Eltern-)mund, dann das Vergnügen an meinen Nach- und Vorbereitungen. Warum so herum?
Weil mich der Spaß am Erzählen belebt und mir das Weiterarbeiten zum Vergnügen macht. Verdreht? - Warum nicht? Es passt doch viel besser zu einer so verdrehten Welt.

Also ... legen wir los:

Zuerst wollte ich Euch mal fragen (so wie es der französische Komiker Alfons mit dem Puschelmikrofon in seiner aktuellen Show tat):

Wie heißt nochmal der Ort,
  • an dem sich Jugendliche treffen?
  • an dem es so furchtbar laut ist?
  • wo alle herumzappeln?  
Selbst ich rief vom Sofa aus laut in den Raum:

Das ist 'ne DISCO!

Dabei müsste gerade ich es doch besser wissen. Wisst Ihr's?
Auflösung ganz unten!




Gewitter ... PC aus!


Es wird wieder heller ... nach Blitz und Donner, Kübeln mit water from the sky, einem riesigen Wasserfall aus der Dachrinne, weil Nachbars Apfelbaum sich selbst auf unser Dach aberntet und unser Fallrohr mit Äpfeln füttert, ein Leck im Dach, wo's runter in den Carport tropft ... Männe braucht halt auch was zu tun.


Aber nun zurück zum täglichen Wahnsinn in deutschen Bildungsanstalten:

Heute früh vor dem Unterricht stand Mama von Prinzchen 1 des mohammedanischen Triumvirats in der Klasse und wollte mich sprechen ... "mal so ganz allein. Die andere Eltern sollen aber nicht hören ... ich mit Sie zusammenarbeit, gutt?" - Ja! Immer gutt zusammenarbeit ... allein kann nicht, hat Grenze. 
Ich gehe also mit ihr vor die Klassentür. Sie lächelt verschämt, guckt nach rechts und links, wo noch immer andere Mütter herumwuseln, ihrem Kind den Tornister abnehmen, Küsschen geben, Händchen halten, nochmal Küsschen geben. "Ja, Papa holt Dich ab ... jaaa ... ganz bestimmt. Mama muss jetzt arbeiten gehen. Jaa, nee, ganz bestimmt kommt Papa. Deine Lehrerin weiß es auch. Gut, also ... nochmal Küsschen ..."  Winkewinkewinke ...
Wie habe ich das bloß als Kind geschafft - so ganz allein ... keine Winkemama, kein Abholpapa. Am zweiten Schultag nach dem halben Schulweg tschüss gesagt, nicht mehr umgedreht und zur Schule gehopst. Okay - andere Zeiten - Mutti ging auch nicht arbeiten und Kind war viel ruhiger.

Zurück zu Mama von Prinzchen 1:
Wir entfernen uns auf dem Flur also noch ein Stück von der Klassentür, damit niemand zuhören kann. Und endlich erfahre ich von ihr, was niemand erfahren soll. Hier kann ich es auch nur erzählen, weil alle Namen durch die Redaktion geändert wurden. Ich stelle in dem Flurgewusel also schön meine Lauscher auf Empfang und schaue ihr aufmerksam ins Gesicht um sie in dem Lärm zu verstehen.
"Mein Kind is bei Arsst in >Dingsdatown<. Is da schon ein Jahr, muss da weiter ssu Arsst." - "Oh, ist er krank?" Sie kommt mir noch näher und flüstert mir fast ins Ohr: "Geht ssu piskologische Arsst." Hm?, denke ich. Mein Gehirn rattert und rattert ... Piss??? Hm ... hat er Probleme mit dem Pipimachen? Nee, schon ein Jahr??? Ratterratter ... hm ... Pisces ... Vesica Pisces ... hm ... die Fischblase, das Yin-Yang-Symbol der seelischen Ausgeglichenheit??? Welche Fachrichtung kann sie nur meinen? Piskologischer Arzt ... ratterrratter ... fängt an mit p, hört auf mit logisch. Jaaaaaaa - logisch! "Ein psychologischer Arzt?", frage ich erwartungsvoll. Ihr Gesicht verwandelt sich von Nacht zu Tag, die Sonne geht darin auf: "Ja, ein piskologische Arzt." Ha, sie ist ganz erleichtert ... endlich hat die Lehrerin verstanden ... und mein Weltbild ist wieder gerade. Es fällt mir jetzt leichter, die Tiraden von Prinzchen 1 anzunehmen und bei deren Verwandlung mitzuhelfen. Als Mama weg war, ging ich in die Klasse und war überzeugt davon, dass man noch mehr Kinder zu einem piskologischen Arzt schicken sollte, denn ... man lese und staune ... Prinzchen 1 steht vor mir, gibt mir die Hand und sagt: "Entschuldigung." Dann dreht er sich flugs um, geht zu seinem Platz und dölmert weiter rum. Aber auf Ansprache reagierte er heute viel besser. 
Wir müssen halt alle gutt zusammenarbeit ... Lehrer, Eltern, Kinder, piskologische Arzt ... geht doch!
Als ich übrigens den Begriff in der Pause dem Kollegium vorstellte und um Erklärung bat, rief eine Kollegin gleich: "Ein Urologe?" Niemand kam von selbst drauf. Als ich des Rätsels Lösung verkündete, folgte lautes und erfischendes Gelächter. (Den Tippfehler lass ich jetzt mal stehen ... *lach*)



In der Frühstückspause dann kommt Irina zum Pult und fragt: "Duhuu, können Heringe pupsen?" Ich schaue sie ratlos an ... "Du, das weiß ich auch nicht. Die sind doch unter Wasser. Hab' ich noch nie drauf geachtet, als ich mal im Meer war. Weißt du es denn?" Sie lacht mich verschmitzt an und sagt: "Hmhmmm ... die können das!" - "Nee, sag bloß!", antworte ich erstaunt und stelle mir vor, dass sie mit Papa in einem Kinderbuch geblättert hat und Papa es ihr vorgelesen hat. Was es nicht alles gibt! "Woher weißt du das denn?", frage ich neugierig. "Hi hi", zieht sie den Kopf ein und die Schultern hoch, "ich hab' das gerochen." - "Waaas?", erwidere ich erstaunt, "Du hast das gerochen??? Wie das denn?" - "Ich bin da unter das Wasser getaucht, da hab' ich das gerochen."
Quintessenz:
Erstens ...
lernen nicht nur die Kinder von mir, sondern ich auch von ihnen. Ich habe nicht gewusst, dass Heringe pupsen und dabei auch noch stinken.
Zweitens ...
habe ich schon lange gewusst, dass die Menschheit sich in einer ständigen Evolution befindet, die niemals aufhört. So können möglicherweise die Kinder der heutigen Zeit sogar unter Wasser riechen. Ist das jetzt ein Fort- oder ein Rückschritt, ein Sprung in der Evolution, eine gleitende Entwicklung oder ... hm ... pisces ... hm ... piskologisch??? Was meint Ihr?


Auflösung zum Anfangsrätsel - na, ist doch ganz einfach:

Das ist 'ne SCHULE!

Und die zu bereichern wird jetzt meine vergnügliche Aufgabe sein ...

Montag, 10. September 2012

Kurzinfo

Heute durfte ich im Garten meiner Nachbarin die Sonnenblumen fotografieren, die im Foto darstellen, was mein Gedicht in Worten sagt. Ganz unten habe ich zwei Fotos ergänzt. Klicke hier!

Ansonsten ist heute Abend alles wieder paletti, nachdem ich heute Mittag einen Kurz-Burn-Out hatte ... alles wieder ausbalanciert ... morgen geht's wieder ran ans Kind im Allgemeinen und an den Rüpel im Besonderen. ;-)

Winkegruß an alle Geplagten meines Berufsstandes!

Sonntag, 9. September 2012

Einen Schritt zurück, zwei vor

Ich habe T.V.s Knöpfe von Loop und Mütze wieder abgeschnitten, aber nicht, um sie ganz zu entfernen, sondern, weil ich eine bessere Idee hatte:






Ich war nämlich heute mit meinen Hausaufgaben um 15 Uhr fertig, setzte mich mit einer Anleitung für eine Häkelrose (hier zum freien Download) gemütlich auf die Terrasse und legte los. Jetzt bin ich erst richtig zufrieden mit dem Knopf-Rosen-Ergebnis.

Accessoire Nr. 3 darf geplant werden. Ein Strängelchen vom gleichen Garn habe ich noch. Die beiden anderen habe ich bis auf einen winzigen Rest total aufgebraucht. Monika, Du darfst gespannt bleiben ...

Jung und unverstellt ...

Ein paar Kinderanekdoten mal wieder?

Okay, es gibt in der nächsten Zeit sicher viel zu diesem Thema zu erzählen,
denn je jünger, desto unverstellter reden und handeln sie.

Namen im Folgenden redaktionell geändert

Aktekin - ein kleiner türkischer Junge, der gerade am ersten Schultag sechs geworden ist, kann noch nicht richtig sprechen. Seine Sprache klingt so:

Iss muss danz viel doll!

Iss hat ein Ball mit Lisst.

Mein ssarze Ss-tift iss noss danz lant.

(Auflösung am Ende des Posts) 

Aktekin macht im Unterricht nur, was ihm gerade in den Sinn kommt. Zuhören geht fast noch gar nicht, Gemeinschaftliches mitmachen ist auch doof. Sein Lieblingswerkzeug ist sein Lineal, das für ihn ein Schwert ist. Als es letzte Woche zerbrach, weil er es mal wieder nicht im Etui stecken ließ,  hing er eine Stunde lang mit dem Kopf nach unten verzweifelt auf seinem Stuhl und heulte wie eine Sirene. Alle Achtung - die anderen Kinder und ich haben es ohne Blessuren durchgehalten. 
Warum er so heulte? 
"Mein Papa ssssimft ... uäääääää ... meine Mama soll miss holen ... uääääääää!" - "Nö, dein Papa holt dich. Und das Lineal ist ja kaputt, weil du daraus ein Schwert gemacht hast. Dann kannst du auch die Schimpfe aushalten." 
Papa kam und wurde aufgeklärt. Und sein Erziehungsanteil durfte dann zuhause erfolgen - auf seine Art. Das geht mich nichts an. 
Selten nimmt Aktekin, der kleine Miniprinz, der vier ältere Geschwister und kein jüngeres hat,  seine Aufgaben vor und beginnt damit. Inzwischen konnte ich ihn für einen Stickerordner gewinnen, in dem fertige Aufgaben abgeheftet werden. Wenn er drei Aufgaben fertig hat, bekommt er in den Ordnerdeckel innen einen Sticker. Der Kollegin, die diese Idee hatte, gebührt ein ORDEN (kein ORDNER *lach*). Sie sollte sich das System patentieren lassen!
Bereits vor dem Unterricht gehen die Kinder inzwischen an die Kästen mit Aufgabenblättern, holen sich etwas und beginnen damit. Die meisten bekommen nach fünf fertigen Blättern einen Sticker, manche schon nach vier oder drei Blättern. So kann ich wunderbar differenzieren und die Motivation aufrecht erhalten.


Alper, ein anderer türkischer Junge, kann's auch ... herumrennen, andere ärgern, bei jeder Ansprache beleidigt sein. Mit ihm gehe ich dann schon mal vor die Tür, spreche mit ihm, dann geht's mal wieder für zehn Minuten.
Vor einigen Tagen stand er vor mir, schaute mir mit zusammengekniffenen Augen sehr angestrengt ins Gesicht und meinte: "Du bist schon alt. Du hast da so Striche." Dabei zeigte er auf die Haut unter meinen Augen. "Stimmt", sagte ich, "das heißt Falten. Die kriegt man, wenn man älter wird und wenn man sich viel ärgert. Dann sei du mal schön lieb, damit es nicht noch mehr werden." Er drehte gleich ab ... nee, DER bekommt von so was keine Schuldgefühle! ;-)


Wir singen das Lied "Halte zu mir, guter Gott" als Morgenlied zum Beginn des Schulvormittags. Weil ich so viele Mohammedaner in der Klasse habe (7 von 20), fällt mir ein, dass wir das Lied ja auch mit dem türkischen (arabischen) Namen für Gott singen können. Ist ja egal, wir alle sind schließlich in Gott/Allah. So singe ich vor: "Halte zu mir, guter Allah ..."  Alle singen schön mit (ja, sie können wirklich schön singen, meine Neuen!), da meldet sich Taner: "Bei uns heißt Gott ALLAH (er spricht es so: Allaach)." - Ich: "Ja, Taner, das haben wir doch gerade gesungen." Er guckt mich an ... ein riesiges Fragezeichen im Gesicht. "Aber bei uns heißt Gott Allaaach." Herrje! Da hat er doch mein Allah nicht als sein Allaach verstanden - also nochmal singen: "Halte zu mir, guter Allaach ..."  Taner grölt laut mit!

Da meldet sich Alper. Dieses Mal geht es nicht um meine Augenrunzeln. Er sagt - nun haltet Euch fest: "Gott ist viiiieeeeeeel größer als Allaach!" Und das aus türkischem Mund!!! :-))


Was wäre unser Leben ohne Kinder?!?


Auflösung zu Aktekins Sprache:

Ich muss ganz viel doll.
Ich habe einen Ball mit Licht.
Mein schwarzer Stift ist noch ganz lang.

Ohne Übersetzungshilfe verstanden? - Ehrlich ...?

Samstag, 8. September 2012

Warmer Kopf im Herbst


Das zweite Strängelchen ist verstrickt (liebe Monika). Ich habe eine Mütze draus gemacht im Baskenstil. Auch das Knöpfchen wiederholt sich am Rand. So etwas Schönes (DANKE!) soll einen besonderen Rahmen bekommen:




Es ist Sonnenblumenzeit!
Passend zum Accessoire-Set SONNENBLUME,
zu dem noch ein Bestandteil fehlt,
gibt es heute einen neuen Gartenspaziergang (klick und ankommen).



Mittwoch, 5. September 2012

Nochmal Sonnenblume ...


So bin ich heute zur Schule gegangen. Sonnenblumenumschmeichelt, insbesondere durch die Weichheit des Garns, außerdem Ton in Ton (wie man es älteren Damen empfiehlt - kräftig farbig, aber auf keinen Fall colour-blocking), also passend zum T-Shirt. Warme Farbtöne für frühe Nebelstunden. 
Zu dem wunderschönen Garn möchte ich heute noch etwas erzählen. Es handelt sich - laut Monikas Notiz - um die Wolle des Bluefaced Leicester Schafes. Dieses Schaf hat ein merkwürdiges Aussehen. Die Augen sitzen sehr hoch am Kopf, oben hat der Kopf eine große Beule, das Gesicht wirkt etwas bläulich - daher wohl auch sein Name. Der Körper ist ungewöhnlich lang und damit vermutlich recht ergiebig, was den Wollertrag betrifft. Leicester ist eine Stadt in den englischen East Midlands, wo diese Schafe wohl gezüchtet werden. Die Wolle dieser Schafe ist samtig weich und angenehm fließend, was man schon beim Stricken als leichtes Rutschen über die Nadel genießt. Sie schmeichelt der Haut und hat mit ihrem seidigen Glanz einen luxuriösen Charakter. Man spürt, sie ist etwas Besonderes. Zur Färbung kann ich mich nicht äußern, da ich  davon nicht die geringste Ahnung habe (man darf mir aber gern etwas dazu erzählen, liebe Monika). Nur so viel - ich finde, sie sind einfach eine Wucht! Das Tragegefühl ist sehr angenehm und ich freue mich schon auf das zweite Objekt, das ich zur Zeit noch nicht brauche, das aber auch bald fertig sein wird. Ich werde es hier dann vorstellen.

Und hier ist jemand in totale Verzückung geraten ob des wunderweichen Charakters des beschriebenen Garns.

Aber nun, ULL-Rike WOLL-Reich, sind deine Schularbeiten dran! Schluss mit dem bloggigen Gesülze!

Dienstag, 4. September 2012

Ein paar Reihen gehen immer

Dienst von Aufstehen bis Schlafengehen ... mit nur kurzen Pausen fürs Essen und ein paar gestrickte Reihen. So sieht momentan mein Alltag aus. Die Kleinen brauchen kleinstschrittiges Vorgehen, benötigen Hilfe und Unterrichtung in den einfachsten Tätigkeiten und Aufgaben, aber ich bin im Großen und Ganzen doch zufrieden. Nur jeden Mittag erstmal völlig geschafft. Komme mir morgens mit den Süßen vor wie eine Oma mit 20 Enkelkindern - nur sind alle im gleichen Alter. Ein Sack Flöhe kann nicht anstrengender sein, wobei man den wenigstens noch oben zubinden kann. ;-)

Heute wird nach Unterricht, langer Nachmittagskonferenz und Vorbereitungen für morgen wohl nicht einmal Zeit übrig bleiben für ein paar Reihen an meinem Schal "Bad Pyrmont" (so nannte ihn mein Schatz wegen verschiedener Muster, die zu dem Badeort passen). Dieses Zeichen brachte ihn drauf. Okay, dachte ich so, dann fantasieren wir halt noch ein bisschen weiter ... und ich entdeckte auf meinem Schal die Jetons der Pyrmonter Spielbank, den Kurgast mit seinem Kurschatten zwischen stilisierten Kurparkbäumen (Palmen in riesigen kubusförmigen Töpfen), den Pyrmonter ROSENGARTEN (ein Chinarestaurant), auch Blumenrankgitter, wie man sie im Kurpark finden kann.

Ich bin inzwischen am Mittelteil angekommen. Dieses Gitter wird ziemlich hoch gestrickt und soll um den Hals verlaufen. Hier soll der Schal etwas ruhigeren Charakter erhalten. Anschließend wird das Musterspiel des ersten Schalteils gespiegelt. Das Verlaufsgarn wird dennoch variierende Farbkombinationen generieren. So bleibt das Stricken kurzweilig und spannend. Heute liegt das gute Stück hier so:

Sonntag, 2. September 2012

Es wird Herbst

SONNENBLUME, so möchte ich den neuen Loop taufen, der heute fertig wurde. Ihn habe ich einer ganz lieben Seele zu verdanken, die diese Geschichte (unter dem zweiten Foto) in meinem Blog las. Dazu gehört auch der Kommentar von eben derselben Monika. Sie machte ihr Angebot wahr und nach meinem Urlaub schickte sie mir ein Paket voller fantastischer Strängelchen, nach dessen Öffnen ich den Mund vor Staunen nicht mehr zu bekam. Liebe Monika, liebe Blogbesucher, hier ist nun ein erstes Ergebnis:

Ein Knöpfchen mit Zöpfchen zum Raffen

Was für eine traumhafte Färbung!

Unbeschreiblich flauschig!

Es herbstelt

Geöffnet und zum Päckchen zusammengelegt

Nochmals ganz lieben Dank Dir, Monika! Meine Kreativität ist im Flow ... das zweite Stück schon im Wachsen begriffen ...

Morgen muss ich wieder sehr früh raus und meine kleinen süßen Nervensägen brauchen mich frisch und munter. Abends ist Elternabend, am nächsten Tag Konferenz ... die Woche beginnt sehr intensiv! Daher jetzt nur noch ... GUTE NACHT!

Montag, 27. August 2012

Lehreralltag bei den I-Männchen

Zum Stricken komme ich nur wenig, so sehr vereinnahmt mich der Schuljahresbeginn. Es ist ja doch ein Wahnsinns-Unterschied zwischen Viert- und Erstklässlern. Wie selbstständig meine Großen doch waren! Derzeit muss ich alles zeigen, erklären, beachten, organisieren. Und jedes Mal, wenn ich neu anfange, habe ich wieder vergessen, wie anstrengend es vor vier Jahren gewesen ist.

Hier nur mal ein kleiner Ausschnitt aus den täglichen Überlegungen, Entscheidungen, Gesprächen etc.:
  • 7:12 - Kopien für dies und das und fürs Team anfertigen, Blätter schneiden, Tonpapier holen, schneiden ...
  • 7:28 - Anmeldeformulare für die OGS und Beitrittserklärungen für den Förderverein im Sekretariat abgeben
  • 7:30 - Kinder kommen schon rein ... och nöööööö, habe doch noch so viel zu organisieren, war doch schon kurz nach 7 da, wo ist die Zeit hin?
  • 7:35 - Mutter 1: H. soll heute nicht in die OGS, ich hole sie ab. - Moment, ich schreib's mir auf. - Mutter 2: Der D., der soll heute zum ersten Mal allein mit dem Bus fahren. Aber der weiß nicht, wo er aussteigen muss. - Ja, dann fahren Sie doch heute mal mit ihm zusammen. Haben Sie heute Mittag Zeit? - Okay, ja ... - Gut, danke. - Mutter 3: Haben die jetzt diese Woche Förder? Auf dem Stundenplan steht, die haben heute 4 Stunden oder? Aber da steht doch 5 Stunden Kreuz. - Nein, diese Woche sind an jedem Tag 4 Stunden. - Mein Blick auf den Stundenplan an der Wand verrät - au weia! - ich habe eine falsche Info drauf geschrieben. Na, das wird ja was, wenn die Eltern heute nicht nach der 4., sondern nach der 5. Stunde kommen. Gott sei Dank war es nur einer, bei dem ich anrufen musste. Die anderen waren in der OGS oder die Eltern hatten mich schon selbst morgens gefragt. - Mutter 4: Ich habe hier einen Schuhkarton mit J.s Sachen drin. - Aber sie hat doch schon einen mit Namen von mir bekommen. - Ach soooo ... - Ach, lassen Sie ihn hier, ich klebe den Namen um (Gott sei Dank - Stick+Lift-Etiketten). 
  • 7:53 - Kinder, bitte Jacken aufhängen (Wo ist denn mein Haken? - Na, da, wo ich deinen Teddy hingeklebt habe. - Aber ich hab' den doch noch zuhause. - Ach so ... dann häng sie irgendwo hin.)
  • 8:05 - Wann gibt es Mittagessen? - Heute Mittag. - Wann ist das? - Noch gaanz lange ... Zettel auf die Uhr kleben ... wenn der kleine Zeiger da ist, dann ... Kind zufrieden.
  • 9:47 - Butterbrot beim Essen über die Dose halten (Guck mal, der Riesenschokoladenfleck auf deinem Tisch, der ist gleich auf deinem Rechenbuch.)
  • 9:50 - Kannst du mir mal die Flasche aufdrehen? (Achtung, langsam ... da ist Sprudel drin. Der spritzt sonst oben raus.)
  • 9:57 - Meine Finger sind dreckig. - Na, dann wasch sie dir doch da vorn am Waschbecken. - Lehrerin, wie geht das auf? - Einfach drehen, ich zeig's dir mal ... rennrenn ... zeigzeig ... Kind fertig ... Lehrerin schon wieder weg ... wie geht das da zuuuu? ... renrenn ... zeigzeig ...
  • 10:12 - Schau mich jetzt an und hör gut zu. Augenkontakt ... hallo, du da auch, nicht wieder weggucken ... so, jetzt ...
  • 10:14 - Ich muss Pippi! - Kannst du noch eine halbe Stunde aushalten? - Ja. - Gut, wenn es doch nicht geht, dann sag's. ... 5 Minuten später: Ich muss doll Pippi. - Gut, dann geh schnell! - Kind geht. Gott sei Dank - nicht Pippi geht ... in die Hose.
  • ...
Reicht, oder? Könnte noch stundenlang weiterschreiben ... bin müde ... und nicht mehr zwanzig *ggg*. Aber schön ist es ja doch ... übrigens sagt einer wirklich konsequent "Lehrerin" zu mir. Er kann meinen Namen noch nicht. Ob ich mal eine Nikolausmütze aufsetze? *ggg*

So, warum ich eigentlich posten wollte, ist das hier:


Hach, macht so viel Spaß, bleibt spannend, entwickelt sich immer neu. Das Grundgarn ist ja ein Farbverlaufsgarn und das macht den stetigen Wechsel aus, wenn ich auch Musterwiederholungen einbaue. Man erkennt sie???

Schade, wozu ich so gar nicht komme: Blogspaziergänge. Aber ich habe ja meinen Feedreader und manchmal lese ich dann alles Neue aus einem ausgewählten Blog nacheinander. Ist auch schön ...

Und jetzt noch ein paar Reihen stricken, dann todmüde ins Bett. Lehreralltag - alles faule Säcke  (Zitat G. Schröder - na, wo der wohl rumhängt ...*lach*)